AKTUELL

März 2003
"NON À LA MORT PROGRAMMÉ DE LA LANGUE BRETONNE", Demonstration in Rennes am 22.März 2003

Groß und klein und Vertreter aller Parteien beteiligten sich an der Demonstration (Photo: Jean-Yves Coton)















Rund 15.000 Demonstranten kamen am Samstag, den 22.März 2003 nach Rennes um sich für den Erhalt der bretonischen Sprache einzusetzen.
Mit dabei unter anderem Vertreter der Sprachminderheiten Frankreichs aus Okzitanien, Catalonien und Kabylen (Algerien). Das gemeinsame Motto: "Die Sprache der Republik besteht aus Phrasendreschereien!"
15.000 Demonstranten demonstrierten am Samstag, 22.März 2003 auf den Straßen von Rennes für den erhalt der bretonischen Sprache (Photo: Jean-Yves Coton)

Verstärkt wurde der Demonstrationszug von rund 3.000 Anti-Kriegs-Demonstranten, die ebenfalls am vergangenen Samstag in Rennes auf der Straße waren.

Schon bald kam das gemeinsame Motto auf: "Respect de ONU pour les langues comme pour la paix".

Allen voran marschierten 500 Dudelsackspieler durch die Straßen von Rennes. Zum Klang der Dudelsäcke versammelten sich die Demonstranten zur Abschlußkundgebung gemeinsam mit dem Musiker Alan Stivell in einem Meer bretonischer Fahnen vor dem alten Parlamentsgebäude.

Die Manifestation, die vom Conseil culturel de Bretagne organisiert worden war, zog Teilnehmer aller Generationen bei strahlendem Sonnenschein in die Hauptstadt der Bretagne. Auf den Uferpromenaden tanzten die Demonstranten zum Klang der "binioùs" die Gavotte.
Quer durch die Altstadt von Rennes zog der Demonstrationszug zum Place du Parlement de Bretagne (Photo: Jean-Yves Coton) Mehrere Organisationen unterstützten die Veranstaltung: Diwan und die anderen Elterninitiativen, die sich seit Jahren für den zweisprachiger Unterricht einsetzen, die "Union des enseignants de breton" (UGB, die Bretonischlehrer)und politische Parteien wie die UDB (Union Démocratique Bretonne), Emgann und POBL. Auch die linke Parti Socialiste und die Grünen schlossen sich der Kundgebung an.

Nachdrücklich protestierten die Organisatoren gegen die Entscheidung des Staatsrates, die Diwan-Schulen nicht in das staatliche Erziehungssystem einzubinden. Gefordert wurde eine Reform des Artikels 2 der Verafssung, der besagt, daß "französisch die Sprache der Republik ist".
Diese Reform sei angesichts der Ratifikation der 'europäischen Sprachen-Charta der Regionalsprachen' durch den französischen Staat unbedingt notwendig.

Gerügt wurde Frankreich bereits von der UNO und dem europäischen Parlament, weil man die internationalen Abkommen hinsichtlich der sprachlichen Vielfalt nicht beachte, so Patrick Malrieu, Mitbegründer der Organisation DASTUM und neuer Präsident des "Conseil culturel de Bretagne". "Frankreich sei bereit, die bretonische Sprache auszurotten. Es geht um den Respekt vor internationalem Recht: in den internationalen Konventionen sind die Sprachen als Menschenrechte festgeschrieben." Vor dem alten Parlament entfalteten die Demsonstranten eine gigantische bretonische Flagge (Photo: Jean-Yves Coton)
Einige Fakten: Nach Informationen des "Observatoire de la langue bretonne" wurde die aktuelle Zahl von Sprechern der bretonischen Sprache 2002 auf ca. 300.000 geschätzt. Dem stehen etwa 1,2 Millionen Sprecher von 1928 gegenüber. Weniger als 7,5% der bretonischen Bevölkerung spricht oder versteht die eigene Sprache heute, zwei Drittel davon sind älter als 60 Jahre.

Es scheint, daß das Problem mittlerweile wirklich ernst genommen wird. Etwa 30 Abgeordnete aller Parteien beteiligten sich an der Demonstration und trugen schwarz-weiße Schärpen in den Farben der Bretagne. Mit dabei u.a. Jean-Yves Le Drian (PS) und Jean-Yves Cozan, Marc Le Fur (UMP), Christian Guyonvarc'h (UDB), Jean Normand, Patrick Mareschal und Jean-Claude du Chalard (PS).

(Quelle: AFP/Ouest-France)

Und hier noch ein paar Aufnahmen von der bislang größten Demonstration für die bretonische Sprache, die uns freundlicherweise von Jean-Yves Coton zur Verfügung gestellt wurden.

 (Photo: Jean-Yves Coton)  (Photo: Jean-Yves Coton)















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