AKTUELL

Mai 2003
Zuletzt gesehen und gehört im Cobbler's Irish Pub: Pipeline, Sands & Monaghan, Tannahill Weavers

"Welcome to the Pipeline-show,... meine sehr geehrten Damen und Herren" (22.Februar 2003) Meine sehr geehrten Damen und Herren... Pipeline

Da konnte man sich zwischendurch schon immer mal wieder fragen, ob man nicht aus Versehen in die "Schröder-Show" geraten war, so förmlich wandte sich Tom Hake immer wieder an das Publikum dieses Abends.

Als Publikum aus München und aus der Münchner Umgebung kennt man das Duo Pipeline: Dermot Hyde und Tom Hake. Die beiden Multiinstrumentalisten beherrschen ihr dekorativ auf der Bühne ausgebreitete Ausrüstung und sie haben ein mitreißendes musikalisches Repertoire.

Tom Hake, hier an seiner keltischen Harfe Nichts desto trotz hinterließ gerade dieser Abend einen gemischten Eindruck bei mir persönlich - leider. Die beiden Musiker schienen nicht gerade gut aufeinander zu sprechen zu sein.... oder täuschte der Eindruck, und alles war nur eine große Show, um das Publikum mit teils sehr (wie ich finde, zu) zynischen Kommentaren zu unterhalten...?

Wie dem auch sei, musikalisch war dieser Abend ein Genuß. Auch wenn der Funken nicht gerade übersprang (weder zum Publikum, noch zwischen den beiden Musikern), umso erstaunlicher war das Zusammenspiel dieses Duos.

... und Dermot Hyde an den uilleann pipes Dermot Hyde zeigte in etlichen Tunes, was man so alles aus den irischen Uilleann Pipes herausholen kann und spielte nebenbei diverse whistles und flutes (die im Laufe des Abends je nach Größe mit den Namen bestimmter Politiker wie Goerge, Tony, Gerhard und Joschka versehen wurden).

Tom Hake zeigt sein Können auf Saiteninstrumenten wie Gitarre, keltische Harfe und Bouzouki. Und beide singen. Das Repertoire besteht vorwiegend aus traditionals sowie einigen Eigenkompositionen von Dermot Hyde und ist sehr abwechslungsreich. Musikalisch vielfältig präsentieren die beiden Münchner Musiker gefühlvolle langsame Titel ebenso gekonnt wie mitreißende, flotte Tunes, bei denen es schwer viel die Füße still zu halten.

Discographie:

2001, Dermot Hyde& Tom Hake: Pipeline (endirecto)

Internet: Pipeline



The Tannahill Weavers (15.März 2003), dieses Mal in kompletter Besetzung
Die Bühne war viel zu klein für die kompletten Tannahill Weavers...
Nachdem die Tannahill Weavers im bei ihrem Cobbler's-Auftritt vor gut einem Jahr auf die Begleitung ihres Bouzouki- und Keyboardspielers Les Wilson verzichten mußten, der wegen eines familiären Krankheitsfalles zu Hause geblieben war, waren sie dieses Mal in voller Besetzung auf der doch nicht so großen Bühne im Saal des Schusterhäusls vertreten.

Und das sprengte den Rahmen zumindest räumlich - sowohl auf der Bühne als auch im Publikum. Noch kurz vor Beginn des Konzertes warteten Spätkommer an der Kasse auf reservierte Karten, die vielleicht nicht abgeholt werden würde.

...und die Musiker mußten sich links und rechts neben der Bühne verteilen. Auf der Bühne viel technisches Equipment und schon der erste tune geht gut ab. Die fünf Musiker, die sich teilweise vor und neben der Bühne aufstellen müssen und nur schwer gemeinsam abzulichten waren, legen mit ihrem "Fair Maid of Oban Set" munter los und lassen dem zahlreich vertretenen Publikum auch beim zweiten Titel keine Ruhe.... hier soll sofort mitgesungen werden.

Les Wilson (Bouzouki, Keyboards, Gesang), John Martin (Geige, Gesang), Roy Gullane (Gitarre, Gesang), Phil Smilie (Querflöten, Whistles, Bodhràn, Gesang) und Duncan J. Nicolson (Highland Pipes, Whistles) präsentieren ein mitreißendes Programm quer durch das schottische Repertoire traditioneller Tunes, das keine Wünsche mehr offen läßt.

Roy Gullane (Gitarre) und Les Wilson (Bouzouki) Die Arrangements sind dynamisch und gefühlvoll. Die imposanten Highland War Pipes von Duncan J.Nicolson sind sowohl optisch als auch akustisch sehr präsent und werden in einigen Stücken sehr effektvoll plaziert.

Der mehrstimmige Gesang ist hörenswert und hat viel schottisch-musikalischen Witz. Auch die Moderation der einzelnen Titel bringt viel rüber vom schottischen Witz: "... a title from our very first LP... when things were still made of real plastic... and our duddelsackspiller wasn't even born..."

Die ungenügende Bühnenfläche hat auch ihre positive Seite. Es kommt von Anfang an zu enger Tuchfühlung zwischen Musikern und Publikum, die Stimmung ist gut.

Wie gewohnt erfolgt kurz vor der Pause der obligatorische Aufruf, die Gelegenheit zu nutzen und bei diesem ersten Weihnachtsmarkt des Jahres schon mal die passenden Geschenke für Freunde und Familie zu besorgen.

Duncan J. Nicolson und seine beeindruckenden Highland Pipes bringen den Fesrtsaal des Schusterhäusls zum Schwingen Nach der Pause präsentiert die Band ihre Variante des Klassikers "Helen of Kilkenny" mit mehrstimmigem Gesang, gefolgt von zwei "slow reels", bei denen dir Gruppe zeigt, daß sie durchaus auch die leisen Töne in ihrem repertoire hat.
Geige und Flöte spielen sehr fein und präzise im Duett, im Hintergrund schwingen dezent gesetzte Keyboard-Akzente mit.

Danach ein "battle-song" - "...damals, als Schottland noch (football) Spiele gewann. Und beim darauf folgenden Titel "Farewell to Funary/Heather Island" kommen die Keyboards (Les Wilson) noch einmal so richtig zum Einsatz: da fühlt man sich dann fast wie im Kino, ein Soundtrack-Sound à la "Schiffsmeldungen" mit kreischenden Möwen im Hintergrund.

Die Musik der Tannahill Weavers, das ist über weite Strecken eine sehr individuelle Umsetzung schottischer pipe-tunes mit sehr perkussiv eingAthmosphäre Charakteristik von Pipeband-Arrangements sehr nahe kommt. In dieser Gruppe werden kaum Solos gespielt. Die wahre Power der Tannahill Weavers entfaltet sich gerade in den dynamischen und vielstimmigen Gruppenarrangements.

Ein rundum gelungener Abend voller guter Musik und Stimmung !




"Relaxt und gut drauf...!" - Ben Sands und Brendan Monaghan im Cobbler's Irish Pub (12.April 2003)
Ein gut eingespieltes Duo, das dem Publikum einen entspannten und musikalisch abwechslungsreichen Abend bot: Ben Sands (Gitarre, Gesang) und Brendan Monaghan (Pipes, Bodhràn)
Wie so oft war auch bei Ben Sands (Gitarre, Gesang), einem der Brüder aus der berühmten "Sands Family", das Konzert, das er am 12.April im Cobbler's Irish Pub gemeinsam mit Brendan Monaghan (Uilleann Pipes, Whistles, Bodhràn, Gesang) gab, das letzte auf der aktuellen Deutschland-Tournee.

Das Duo wirkt sehr relaxed und ist sofort "in touch" mit dem Publikum im Festsaal des Schusterhäusls. Der erste Titel "The Boys of Tandragee", ein "traditional" mit Brendan am Bodhràn ist ein munterer Opener und nachdem Ben sich ein wenig über die Anfahrtsprobleme ausgelassen hat ("...a little bit tricky to get here to Germering - but we managed it!" folgt ein Song, so ein bißchen in der Liedermachertradition à la Donovan. "Among Friends Again".

Die Lieder, die Ben Sands im Duett mit Brendan Monaghan präsentiert, das sind Lieder, die von den kleinen und großen Abenteuern im alltäglichen Leben handeln. Das romatische Lied ("...on a common theme..") über die Beziehung, die nicht funktioniert oder auch das von Ben Sands geschriebene "Back on the Diet on Monday".

a set of reels with Brendan's uilleann pipes Dazwischen ein set of reels mit Brendan an den uillean pipes und schließlich die Geschichte ("Green Eyes" von der alten Nachbarin und ihren peanuts, die ohne Schokolade.

Ben Sands läßt Brendan viel Raum, um seine Instrumentalkünste zu präsentieren. An den uilleann Pipes, am Bodhràn (das er zum Erstaunen vieler Zuschauer unter anderem auch mit einem "Besen" spielt) oder mit seinen Whistles - immer begeistert er das Publikum, dieser bescheiden und sehr jugendlich wirkende virtuose Musiker.

Eben auch, als er auf der whistle erst einen schwedischen "tune" spielt ("...Horgaten... I learned from some swedish students.. about a competition between a fiddler and the devil for the musician's soul" und einem mit viel Gefühl gespieltem "waltz from the Scottish Highlands" - das hat Witz und viel Gefühl, obwohl die Melodie sehr einfach ist.

Ben Sands, hingebungsvoller Interpret der gefühlvollen Lieder über die kleinen Abenteuer des Alltags Und mit Witz ging es weiter. Da kam dann zuerst das Lied zum Mitzählen (und Mitsingen), wobei einige im Publikum schon sehr bald gewaltige Probleme hatten und danach "Goodbye John-Joe" ("... a song on my father trying to get out of the pub...). Und schon war es mal wieder Zeit für die Pause.

So stimmungsvoll und gefühlvoll, wie es im ersten Set begonnen hatte, so ging es nach der Pause auch weiter. Ergreifend das Lied über die alte Frau in Berlin, sensibel von Brendan auf dem Bodhràn (mit Besen) begleitet.

Es folgten ein paar herrliche traditionals, mit "Johnny I hardley knew you" auch mal was so richtig schön zum Mitsingen à la "Riders in the Sky" und vor allem... die schier nicht endende Sushi-Story von Ben Sands ("damals auf meiner letzten asien-Tournee...").

Ben Sands, 2003 im Cobbler's Irish Pub ohne seine Family im Duo mit dem virtuosen Brendan Monaghan Bei "The Whistling Gypsy" gelang es Ben Sands tatsächlich, das Publikum zu einem (Gesangs-)Wettstreit Frauen gegen Männer zu motivieren ("...a study on who sings louder in Bayern - the men or the women...") und wie immer war die Zeit viel zu schnell vorbei, als es dann hieß: "we had a very fine time here in Germering - when we found it !"

Mitreißend dann noch die Zugabe(n), vor allem das sehr dynamisch vorgetragene "Games People Play" von Joe South.

Wie immer ein Lob den Organisatoren im Cobbler's Irish Pub: Peter, Martin und all die anderen, die auch diese Saison wieder ein glückliches Händchen bewiesen haben mit der Auswahl der Gruppen, Duos und Einzelinterpreten im Rahmen ihrer "Celtic Concerts 2002/2003" - und auf ein fröhliches neues im kommenden Herbst !










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