AKTUELL

Januar 2001
Die Bretagne und das Internet

Die bretonische Kultur und die Neuen Technologien
Von Julien Cornic (Association Dastum Bro-Dreger)

Angesichts der Globalisierung von Wirtschaft, Wissen, Kultur und Politik benötigen die Menschen etwas Konkretes, etwas, woran sie sich orientieren können. Sie brauchen kontrollierbare und greifbare Größen. Die Regionalkulturen sind niemals wirklich verschwunden gewesen, seit gut einem Jahrzehnt wird ihnen sogar wieder großes Interesse zuteil.

Diese regionale Identität hat sich aufgrund ihrer Wirtschaft, des Sports und ihrer Kultur behauptet. Das Ziel war dabei immer, die Zugehörigkeit zu einem Territorium, zu bestimmten Werten und zu einer eigenen Geschichte deutlich zu machen. Weit enfernt davon, sich selbst zu genügen, wird dabei dem Wandel der Vorrang eingeräumt: Wandel bedeutet geben und nehmen. Wenn man einem Partner nichts gibt, warum sollte er dann etwas zurückgeben?

Zu Beginn dieses neuen Jahrtausends können wir beobachten, daß die bretonische Kultur eine Zeitreise durchgemacht hat, um schließlich in unserer Gegenwart anzukommen. Dabei handelt es sich nicht um irgendeinen Kult vom "Großväterchen Bauer", ganz im Gegenteil. Wenn es dieser Kultur gelungen ist, sich bis in unsere Gegenwart durchzuschlagen, dann vor allem deswegen, weil sie es verstanden hat lebendig zu bleiben und sich an die veränderten Zeiten anzupassen.
Und so ist es auch ganz natürlich, daß sie heute ihren Platz im "Netz" findet. Diese Kommunikationstechnologie kann nur schwer zensiert werden, ist einfach in der Handhabung und unterliegt nicht den nationalen und internationalen Marktgesetzen.

Eine Gemeinschaft Gleichgesinnter, die sich einem Land und einer Kultur zugehörig fühlt, bietet sich dadurch die Möglichkeit zum Austausch und es ist möglich, die eigene Existenz darzustellen und der ganzen Welt zu präsentieren.

Das Internet wird darüber hinaus zu einem Medium, um die unterschiedlichen Aktivitäten zu verknüpfen, indem Portale geschaffen werden sowie Netzwerke, Diskussionsgruppen und Foren. Jeder kann jeden dabei unterstützen, die Bretagne von morgen zu erschaffen.

Übersetzung: Wilhelm Rodrian

Die französische Version dieses Textes wurde ursprünglich im Internet-Magazin "L'Officiel du Net" veröffentlicht.


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