AKTUELL

Mai 2004
"intermittents du spectacle" - seit 10 Monaten im Clinch mit der Regierung Chirac


Die Auseinandersetzung zwischen der Regierung des französischen Präsidenten Chirac und den "intermittents du spectacle" dauern nun bereits 10 Monate. Angesichts der katastrophalen Wahlverluste der Regierungspartei bei den französischen Regionalwahlen im vergangenen März zeigte sich der zuständige und neue Kultusminister Renaud Donnedieu de Vabres zwar kurzfristig gesprächsbereit und signalisierte öffentlichkeitswirksam, dass die Regierung zum Einlenken bereit sei... mittlerweile entpuppen sich diese Äußerungen jedoch als Scheinmanöver und der Konflikt wird wohl in die nächse Runde gehen.

Die nächste Runde, das bedeutet in diesem Fall "in den nächsten heißen Sommer". Die mehr oder weniger gut organisierten betroffenen freiberuflichen Künstler und Techniker sehen sich einem kompromißlosen "Verhandlungspartner" gegenüber, der ganz offensichtlich auf Hinhaltetaktik setzt und darauf wartet, dass der Widerstand irgendwann zusammenbricht.

Ganz konkret geht es den Freiberuflern um die Rücknahme der im vergangenen Jahr beschlossenen Reform der Künstler-Arbeitslosenversicherung in folgenden Punkten:

  • Reduzerung der nachzuweisenden Stunden auf 507 in 12 Monaten wie vor der Reform

  • eine Regelung, die kankheitsbedingte Ausfälle, Mutterschaftsschutz und Arbeitsunfälle
    miteinbezieht

  • eine Regelung für Ausbildungzeiten und die Beschäftigung im europäischen Ausland

  • eine unabhängige Überprüfung des tatsächlichen Verhältnisses von Einnahmen und
    Ausgaben


  • Und so spitzt sich die Situation erneut zu. Nach ersten Boykottaktionen wie dem Protest im Rahmen der Verleihung des Molière-Preises in Paris drohen die "intermittents" nun mit aktiven Protesten und Störmanövern der Filmfestspiele in Cannes, die am 12.Mai beginnen.

    Weitere, täglch aktualisierte Informationen zu diesem Thema finden Sie beispielsweise auf der web-site der bretonischen "intermittents"...



    Marthe Vassallo
    ...oder auch in unserem aktuellen Interview mit der bretonischen Sängerin Marthe VASSALLO, die sich bereits seit langem als Betroffene politisch engagiert.

    Ich konnte im vergangenen heißen Sommer 2003" ein ausführliches Gespräch mit ihr aufnehmen, in dessen Verlauf sie sehr detailliert und verständlich darauf einging, welche konkreten Folgen die Reform der Künstler-Arbeitslosenversicherung auf die bretonische und französische Kunst- und Kulturszene haben wird.






    Lesen Sie das Interview...


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