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Dezember 2004

At First Light, 16. Oktober 2004 in Canterbury, Environment Centre - St. Alphege's Church
At First Light, 16. Oktober 2004 in Canterbury (Photo: A.Goriup)
Das Canterbury Festival in Kent ist ein internationales Kunstfestival, das neben klassischer Musik, Jazz, Folk und World Music auch Theateraufführungen, Tanz, Film, Ausstellungen, Diskussionsforen und noch vieles mehr bietet. Ich konnte auf der Heimreise von Cornwall den Abend des 16. Oktobers im Festival Club, einem sehr gemütlichen und einladenden Kabarett-Theater Ecke Palace Street verbringen. Im Laufe des Festivals 2004 beherbergte der Festival Club eine Auswahl ausgezeichneter Jazz, Folk und World Music Konzerte, aber auch Komödien und eine Prise Magie gaben dem Aufführungsort die nötige Würze. Dieselbe Würze konnte auch geniessen, wer vor dem Konzert eine der leckeren Speisen, die angeboten wurden, probierte. Mehr über dieses aufregende Festival vor der Kulisse des geschichtsträchtigen Canterbury finden Sie hier: www.canterburyfestival.co.uk.
At First Light, 16. Oktober 2004 in Canterbury (Photo: A.Goriup) Samstagabends spielten John McSherry und At First Light vor einem vollkommen ausverkauften Saal, glücklicherweise hatte ich die Tickets bereits ein Monat vorher reserviert. John McSherry an den Uilleann Pipes und der Low Whistle wurde von seinen beiden irischen Landsleuten Donal O'Connor an der Fiddle und den Keyboards und Tony Byrne an der Gitarre begleitet. Als erfreuliche Zugabe überraschten uns Donal und Tony mit drei Liedern, die das hervorragende instrumentale Programm ergänzten.

Sobald die ersten Takte von "Farewell to Connaught" erklangen wussten wir, dass hier drei der besten irischen Folkmusiker versammelt waren. In der Originalfassung, auf Michael McGoldricks und John McSherrys CD "At First Light", wurden diese Reels in einer Fünferbesetzung gespielt, allerdings war der Sound, den die drei produzierten ebenso mitreissend. Donal O'Connor spielte auf seiner Fiddle den Part der zweiten Flöte und ersetzte somit das Zusammenspiel mit Michael McGoldrick. Viele der uns von der oben erwähnten CD bekannten Stücke wurden gespielt, Rolling Waves, Ornette's Trip to Belfast und Doinna, aber auch mir teilweise unbekannte irische und bretonische Stücke waren Teil des Programms. Rollicking Boys of Tanderagee, Rose in the Garden, The Roaring Barmaid brachten das Publikum ebenso in Fahrt wie die mir gut bekannten Cailleach A'Shusa (Snug in a blanket), der Marsch "The Eagles Whistle" und "Waterman's".
John McSherry in Canterbury (Photo: A.Goriup) John McSherry spielte in erster Linie die Uilleann Pipes und bewies, dass er zu den allerbesten Pipern des Genres gehört. Atemberaubende Jigs oder Reels, virtuose Märsche, aber auch wunderschöne Melodien verzauberten das Publikum und nach jedem Stück ertönte tosender Applaus. John erwies sich auch als ausgezeichneter Whistler, obwohl bei "Trip to Ireland" die zweite Low Whistle fehlte. Das perfekte Zusammenspiel von Michael und John auf den Flöten kann eben doch durch nichts ersetzt werden. Das Stück klang dennoch sehr gut, nicht zuletzt dank Tony Byrnes gefühlvoll gespielter Gitarrenbegleitung. Er ist ein ausgezeichneter Gitarrist, egal ob er schöne Melodien zupft, atemberaubende Rhythmen schlägt oder einfach nur die Geige und den Dudelsack begleitet.
Außerdem unterhielt er in seiner typisch irischen Art das Publikum mit den Geschichten, wie er die beiden Lieder, die er vorbrachte, von einem Mann aus dem County Kerry gelernt hatte. Das erste, "Johnny be fine", wurde A Kapella vorgetragen und handelt von einer jungen Frau, die auf der Suche nach einem Bräutigam feststellen muss, dass alle Dorfbewohner dank ihres Vaters mit ihr verwandt sind. Das zweite, "Bank of Yonder", begleitete er mit seinem brillanten Gitarrespiel. Donal O'Connor sang ein schottisches Liebeslied von Robert Burns, eine weitere a Kapella Aufführung.

Das Publikum war ebenfalls grossartig und im Laufe des zweiten Sets eroberten die ersten Tänzer den engen Raum zwischen Bühne und Tischen, um die Musiker auf ihrer Reise durch Irlands Musik zu begleiten. At First Light besuchen diesen Herbst Europa, zwar steht Deutschland nicht auf dem Programm, allerdings können Randgebiete im Norden von den Konzerten in Dänemark oder Belgien profitieren. Wer mehr wissen möchte, kann sich hier schlau machen: www.johnmcsherry.com/concerts.html

Adolf "gorhand" Goriup, Gorhand Music

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