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Dezember 2004
More Maids, 26. November 2004 im Restaurant Traube - Ottikon, Schweiz
More Maids, 26. November 2004 im Restaurant Traube - Ottikon, Schweiz
Die More Maids, seit ihrem ersten Auftritt bei der 25. Harlekinade in Ludwigshafen 1994 in Deutschland eine der meist gefragtesten deutschen Folkbands, waren im Zürcher Seeland zu Gast. Marion Fluck an der hölzernen Querflöte, den Whistles und der Gitarre, Barbara Steinort an der Bouzouki und Gudrun Walther an der Fiddle und dem Akkordeon haben mit ihren wunderschönen Stimmen und ihrer Musikalität nun auch Teile der Schweiz erobert. Mit Gudrun Walther haben sie auch eine ausgezeichnete Komponistin in ihren Reihen, die viele der traditionellen Lieder angepasst hat und auch einige wundervolle instrumentale Stücke aus eigener Feder beigesteuert hat. Der Abend wurde mit dem traditionellen "Red is the Rose" eröffnet. Ein Beispiel für Gudruns Kreativität. Sie sang von einem hübschen blauäugigen Burschen und die Musik wurde für die drei Stimmen und das Akkordeon ebenfalls leicht verändert.

Wir hörten an diesem Abend mitreißend gespielte Tanzsets, Jigs (Jenny's Welcome, Fig for a Kiss), Reels (Lads of Laois) und tolle Eigenkompositionen von Gudrun (Cold Chicken for Breakfast, Flea Chase oder Tommy's Dream). Am besten gefiel mir die instrumentale Vertonung der traurig satirischen Geschichte von Larry dem Hahn. Eine der herausragenden Qualitäten der drei charmanten Damen ist es neben der wunderbaren Musik auch die dazugehörigen Geschichten zu erzählen.
Mit drei erstklassigen Sängerinnen auf der Bühne standen natürlich auch die Lieder im Vordergrund des Programms. Das schottische Lied über die couragierte "Eppie Morrie" wurde von Barbara gesungen und mit den Begleitstimmen von Gudrun und Marion verzaubert.
Barbara Steinort an der Bouzouki Der für mich absolute Höhepunkt des ersten Sets war Gudruns Song "Lover's Ghost". Es ist die unheimliche Geschichte von einer jungen Frau, deren Vater ihre Liebe zu einem jungen Mann nicht billigte und sie weit weg schickte um eine Hochzeit zu verhindern. Nach langer Zeit kam ihr Geliebter sie auf ihres Vaters Pferd holen. Auf dem Ritt in die Heimat verband die junge Frau eine Wunde des Geliebten mit ihrem Taschentuch. Zu Hause angekommen fragte sie ihren Vater ob er nun einer Hochzeit zustimme. Dieser antwortete jedoch, dass der Geliebte bereits vor einem Jahr gestorben sei. Sie wollte dies nicht glauben und ließ das Grab des Geliebten öffnen, nur um seinen toten Körper darin zu finden. Um seine Stirn jedoch war ihr Taschentuch gebundenů. Eine haarsträubende Geschichte wundervoll komponiert, arrangiert und gesungen von Gudrun.

Ein weiteres an E. A. Poe erinnerndes Lied, "Fine Flowers" und Nick Kershaws Song "Billy", das die Geschichte des Neuen Mannes mit einem leichten Schmunzeln erzählt, ergänzten das Programm. Im zweiten Set hörten wir Steve Knigthleys Song über die Probleme der Flüchtlinge, "Exile", das philosophisch angehauchte "Closer to Fine" von den Indigo Girls und das Lied über die Wut der Frauen, "Angry" von Ginny Clee und Barbara Marsh. Der Höhepunkt des zweiten Teils war jedoch die Geschichte von der Hexe "Susanna Martin" - Text von John Allison aus der Abschrift des "The Salem Witch Trials" von 1692 und Musik von Claudine Langille - Barbaras Gesang wurde dabei begleitet von der Bouzouki, Fiddle und Marions brillant gespielter Flöte.

Dougie MacLeans "Ready for the Storm" beendete einen Abend, an dem wir eingetaucht waren in die Musik und Geschichten Irlands und der keltischen Welt. Mehr über die Band finden Sie hier www.moremaids.de

Adolf "gorhand" Goriup, Gorhand Music

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