AKTUELL

April 2005

 

Cobbler's Irish Pub: Ein Rückblick in Bildern, die Saison 2004/2005 im

Die Saison ist schon fast wieder zu Ende und am kommenden Samstag (23.April) setzen wie immer die McCalmans mit ihrem traditionellen Abschusskonzert den Schlusspunkt unter eine tolle Celtic Concerts-Saison 2004/2005.

Nicht alle Konzerte konnte ich in dieser Saison besuchen, aber wenn ich die Gelegenheit hatte, war es immer ein Genuß. Und um wenigstens eine "best of..."-Auswahl der vielen Photos zu veröffentlichen, die ich in den vergangenen Monaten im Cobbler's aufgenommen habe, hier nun der Rückblick 2004/2005.
FRAUNHOFER SAITENMUSIK, 25.September 2004

Die Fraunhofer Saitenmusik (v.l.n.r.): Heidi Zink, Gerhard Zink und Richard Kurländer
Die Saison begann mit einem Konzert, das ein wenig aus der Reihe schlug: die Fraunhofer Saitenmusik aus München eröffnete mit ihrem bairisch-europäischen Repertoire die Celtic Concerts im September 2004.
Also eher ungewohnte Töne und nicht sehr "celtic", aber dennoch elang es den drei Musikern dieser Gruppe, die zum Urgestein der hiesigen Folksmusikzene gehört, ohne Probleme, das Publikum im Schusterhäusl mit dem neuen Programm aus deutschen, finnischen und teilweise schon fast klassisch anmutenden Melodien, mitzureissen.

Unverkennbar sind die kammer-
musikartigen Saitenarrangements von Richard Kurländer, Heidi und Gerhard Zink, die vorwiegend ruhige und besinnliche Musik präsentieren. Noch ein wenig früh für das Weihnachtsprogramm, aber nicht umsonst hatte die Fraunhofer Saitenmusik ihre letzte CD (Trikont, 2003) "Dezember" genannt.
PURE IRISH DROPS, 5.Oktober 2004 (Session am 7.Oktober)

Session im Cobbler's Irish Pub am 7.Oktober 2004 mit Gerry O'Connor, Jean-Michel Veillon un Jamie McMenemy
Leider war ich selber beim Konzert der Pure Irish Drops verhindert. Es stand dieses Jahr unter dem Motto "Ten Years Dead But Not Forgotten - Micho Russell" mit Tony MacMahon (Button Accordion), Christy Barry (Whistle, Flute, Vocals) Gerry O'Connor (Fiddle).
Am selben Abend fand im Münchner Institut Francais ein Konzert mit dem bretonischen Duo Jean-Michel Veillon & Jamie McMenemy statt, das ich organisiert hatte.

Aber gemeinsam mit den beiden französischen Gästen konnte ich mir das Konzert der drei Iren einen Abend zuvor im Fraunhofer Theater ansehen und natürlich war es nicht zu vermeiden, das die 5 "Kelten" sich dann einen Abend später im Cobbler's zur Session trafen. Es wurde ein vergnüglicher und sehr langer Abend, an dem reichlich Guinness, Whiskey und natürlich gute Musik geboten waren!
JAKE WALTON & ERIC LIORZOU, 16.Oktober 2004

Das Duo Eric Liorzou und Jake Walton
Und noch einmal kam es im Cobbler's zu einer pan-keltischen Begegnung. Beim Konzert am 16.Oktober konnten die Gäste im Saal des Schusterhäusls das bewährte und renommierte Duo Jake Walton (Wales, Drehleier, Gesang und Gitarre) und Eric Liorzou (Bretagne, Gitarre und Gesang) hautnah erleben. Die beiden waren ja zwei Jahre zuvor im Programm des "Irish Folk Festivals 2002" im Münchner Zirkus Krone zu sehen gewesen, dort allerdings als Duo zu Beginn der Veranstaltung eher untergegangen.

Nicht so im vergangenen Oktober bei den Celtic Concerts. Hier war es nun möglich, die beiden Profis mit all ihrem Können und ihrer sensiblen, gefühlvollen Musik hautnah zu sehen und zu hören. Ruhige Melodien, Balladen und celtic traditionals wurden von den beiden Musikern, die schon seit vielen Jahren als Duo durch die Lande ziehen in einem abwechslungsreichen und stimmungsvollen Programm dargeboten und das Publikum entließ die beiden erst nach der zweiten Zugabe zum Ölen der Stimmen ins Pub.
KARAN CASEY & BAND, 3.November 2004

Karan Casey live im Schusterhäusl am 3.November 2004
Wie auch schon bei ihren beiden vorherigen Konzerten im Schusterhäusl 2002 und 2003 gelang es der Ausnahmesängerin Kaan Casey auch bei diesem Auftritt wieder mühelos, den Abend zu einem der großen Ereignisse der Celtic Concerts werden zu lassen.

Diesmal ohne ihren Lebensgefährten und Musikerkollegen Niall Vallely an der Concertina, aber dennoch als Quartett (mit Robbie Overson, Gitarre - Paul Meehan, Banjo und Gitarre - Chris McCarthy, Bass) aber mit einer überzeugenden Performance, die spüren ließ, dass die ehemalige Stimme der amerikanischen Starband "Solas" von Auftritt zu Auftritt auch als Solostar souveräner ihr Programm auf der Bühne präsentiert.

Mir persönlich gefielen auch die neuen Arrangements der bereits aus den Jahren vorher bekannten Stücke. In wechselnder Bestezung arbeitet Kaan mit ihren jeweiligen Musikern ganz offensichtlich intensiv daran, das Repertoire von Tournee zu Tournee auszubauen und zu variieren. So klangen bei einigen Titeln, die bislang eher traditionell bis konventionell arrangiert waren, mitunter interessante jazzige Töne an und die Gitarrenexkurse von Robbie Overson, einem Virtuosen am Saiteninstrument boten wie immer einen Ausflug quer durch die Musikgenres von Jazz bis Rock.

Deshalb 100 von 100 möglichen Punkten für Karan Casey & Band und die heiße Empfehlung, das kommende Konzert am 8.November 2005 (bislang noch nicht definitiv bestätigt, aber...) auf keinen Fall zu versäumen !

ROBIN LAING, 26.Februar 2005

Robin Laing live im Schusterhäusl
Robin Laing begann seinen Auftritt im vergangenen Februar mit dem Titel "The Devil Uisge Beatha", was laut seinem Kommentar soviel bedeutet wie "the devil in disguise" oder der "Wolf im Schafspelz"... Gemeint von ihm war natürlich der Whiskey, der schottische - der eines seiner beliebtesten und am meisten besungenen Themen darstellt. Aber irgendwie hatte man auch den Eindruck, dass diese Liedzeile durchaus auch auf Robin Laing selber zutreffen könnte, dass sich hinter dieser verschmitzt lächelnden und sich seriös gebenden Oberfläche die "dunklen Abgründe" eines unterhaltsam erzählenden schottischen Liedermachers verbergen können.

So besingt er in einer Vielzahl seiner Lieder entweder den Whiskey in all seinen Erscheinungsformen und vor allem auch in den spezifischen Auswirkungen oder er trägt die von ihm gesammelten oder selbst verfassten "spooky stories" vor, also Geistergeschichten, in denen es nur so wimmelt von Vampiren und ähnlich unangenehmen Akteuren.

Aber dann wurden von ihm immer wieder auch mal entspanntere und entspannendere Geschichten erzählt, beispielsweise von den schottischen Pferden, ein anderes seiner "Steckenpferde", wie die Geschichte des "Clydesdale Horse".

Robin Laing ist ein Singer/Songwriter, bei dem es darauf ankommt, ganz genau auf die "lyrics" zu achten. Hier versteckt sich der besagte "Teufel" im Detail. Mit einem jungenhaften Lächeln in den Mundwinkeln gelingt es Laing, zur leichten und unbedarften Gitarrenbegleitung, Texte vorzutragen, die es in sich haben: von bitterbös bis deftig humorvoll.

ANNE WYLIE BAND, 12.März 2005

Anne Wylie & Band live im Schusterhäusl im vergangenen März
Das war doch einmal etwas ganz anderes. Ungewohnte Klänge im Schusterhäusl in Germering anlässlich des Konzertes der Ann Wylie Band Anfang März.

Hier präsentierte sich ein Trio, das ein musikalisch ausgereiftes Repertoire präsentierte, das sich in den Arrangements genre-übergreifend immer wieder auf celtic roots bezieht und besinnt.
Anne Wylie (Gesang, Gitarre und Dejembe), Florian King (diverse Saiteninstrumente) und Henrik Mumm (Bass und Cello) boten auf der kleinen Bühne, auf der viel Technik untergebracht war, einen Live-Auftritt, bei dem es ihnen gelang ihre Musik fast ohne qualitative Abstriche fast wie auf der aktuellen CD des Trios ("Silver Apples of the Moon") umzusetzen.

Atmosphärisch von enormer Dichte und Intensität, abwechslungsreich und spannend zwischen allen Stilen und Genres. Mitunter war spürbar, dass das Cobbler's-Publikum, das doch eher die traditionellen Töne gewöhnt ist und erwartet mit diversen Ausflügen in esoterische Sphären so seine Probleme hatte, aber insgesamt wurde an diesem Abend ein Konzert von bester musikalischer Qualität geboten.
Anne Wylie überzeugte mit ihrem Gesang und den feinen Arrangements
Mich persönlich begeisterte vor allem das absolut virtuose Basspiel von Henrik Mumm, der sowohl als Begleitmusiker wie auch als Soloinstrumentalist immer wieder durchscheinen ließ, was er alles drauf hat.

Beeindruckend auch die Variationsbreite des Gesangs von Ann Wylie selber, die ihre Stimme immer wieder wie ein 3.Instrument einzusetzen wußte. Lautmalerisch ist für mich eine der treffendsten Bezeichnungen für viele der Kompositionen und Lieder der Ann Wylie Band. Eine Musik, bei der man live und beim Hören der empfehlenswerten CD gerne die Augen schließt, um sich auf den Klangwolken, die das Trio so meisterhaft erzeugt, davontragen zu lassen.

BACK OF THE MOON, 9.April 2005

Back of the Moon live im Schusterhäusl (v.l.n.r.): All Hutton, Gillian Frame, Finlay und Hamish Napier
Schottisch pur und erdig traditionell kamen die vier Musiker der bei uns noch relativ unkenannten Band "Back of the Moon" daher. Gillian Frame (Fiddle / Gesang), All Hutton (Dudelsäcke / Flöten) und die Brüder Hamish (Piano / Flöten / Gesang) und Finlay Napier (Gitarre / Gesang) ließen ein wahres Feuerwerk traditioneller schottischer Melodien und Rhythmen vom Stapel bei ihrem Auftritt Anfang April im Schusterhäusl in Germering.

Ein gut und spannend arrangiertes Repertoire zwischen Balladen mit exzellentem, mehrstimmigem Gesang und viel, viel tanzbarer Musik. Gerade die mehrstimmige Begleitung erinnerte mich hin und wieder an die Folkrock-Bands der 70er Jahre wie Steeleye Span. Dabei gelang es ihnen bei all ihren musikalischen Eskapaden immer wieder mit bewundernswerter Leichtigkeit, zu den traditionellen Wurzeln ihrer schottischen Musik zurückzukehren.

Back of the Moon mit Tanzeinlage von Hamish Napier Das und die beiden Tapdance-Einlagen von Hamish Napier ließen diesen Abend im Schusterhäusl für mich zu einem runden und unverwässerten Genuß werden. Dynamisch dargebotene und spannend arrangierte schottische Musik vom Feinsten, die durch den manchmal doch etwas dünnen Gesang der einzigen Frau in der Band, Gillian Frame, kaum geschmälert wurde.

Ein feiner Fast-Abschluß der Celtic Concerts 2004/2005 in Germering, der nur noch durch die routinierte, aber nicht routinemäßig dargebotene urschottische Komik des heute Abend stattfindenden Konzertes der McCalmans im Schusterhäusl überboten werden kann.

Wir sehen uns dort heute abend oder ab September wieder bei den Celtic Concerts 2005/2006. Ein herzlicher Dank auch an das Cobbler's-Team, dass mit seinem unermüdlichen Einsatz all diese unvergesslichen Abende ermöglicht.

Willi Rodrian (23.April 2005)
Ab Oktober geht's dann wieder weiter mit den "Celtic Concerts", die bereits in der Vorschau eine illustre und handverlesene Saison 2005/2006 ahnen lassen: Pete Morton, Pure Irish Drops, die Karan Casey Band und Alistair Hulett sind bis jetzt offziell.

Wir freuen uns schon auf den Herbst, der sich einmal mehr mit einem exquisiten Programm ankündigt !

01. Oktober 2005: Pete Morton (England - 9,00 €)
12. Oktober 2005: Pure Irish Drops (Irland - 15,00 €)
08. November 2005: Karan Casey & Band (Irland - 18,00 €)
26. November 2005: Alistair Hulett (Schottland - 9,00 €)