AKTUELL

Oktober 2005

Konzetrberichte: Pure Irish Drops 2005 in München

Pure Irish Drops 2005 im Fraunhofer Theater in München, präsentiert von Florian Fürst
Wie bereits in den vergangenen Jahren konnten die Münchner Freunde authentischer irischer Musik die diesjährige Version der "Pure Irish Drops"-Tournee gleich zweimal geniessen.

Am 10.Oktober präsentierte Florian Fürst unter dem Motto "Music in the Familiy - Music of the Harpers" die Musiker Kathleen Loughnane, Cormac Cannon und Martin Hughes im Fraunhofer Theater in München und zwei Tage darauf, am 12. Oktober machte die diesjährige Deutschland-Tournee im Cobbler's Irish Pub bei Germering Station.

Bei den Tournee und Konzerten der "Pure Irish Drops"-Reihe handelt es sich um ein Projekt, das dem deutschen Publikum verschiedene Facetten der irischen Musik vorstellen möchte, die man hierzulande sonst nur selten geboten bekommt und wahrnimmt.

Es sind vorzugsweise die eher etwas leiseren Töne jenseits vom Pubsound à la Dubliners und Co, die Florian Fürst mit seinem Projekt "Pure Irish Drops nach Deutschland holt und mit viel Feingefühl präsentiert.

Und so waren dieses Jahr die Harfinistin Kathleen Loughnane, ihr Sohn Cormac Cannon (Uilleann pipes, whistles) und ihr Neffe Martin Hughes (Querflöte) unter dem Motto "Music in the Family - Music of the Harpers" am 10. und 12. Oktober in und bei München zu sehen und zu hören.

Kathleen Loughnane, Cormac Cannon und Martin Hughes am 10.Oktober im Fraunhofer Theater in München

In musikalischer Hinsicht waren es die feinen und leisen Töne, die im Verlauf des Programms geboten wurden. Irische Kammermusik, ein Mix zwischen den typisch irischen Melodien und Rhythmen, Traditionals in den Arrangements der drei Musiker vermischten sich mit Klängen der überlieferten "klassischen Musik" Irlands.

Das Programm, das ich mir sowohl bei dem konzert im Fraunhofer Theater im Zentrum Münchens anhörte, wie auch zwei Tage später im Cobbler's Irish Pub bei Germering vor den Toren der Stadt, hatte schon fast etwas vorweihnachtlich-adventliches. Ein Touch von Kammermusik erklang und fesselte mich ebenso wie den Rest des Publikums bei beiden Vorstellungen.

Die Pure Irish Drops am 12.Oktober im Cobbler's Irish Pub, Germering

Selbst beim zweiten Konzert am 12. Oktober im Cobbler's Irish Pub verging mir die Zeit wie im Flug. Das Programm war sehr gut und abwechslungsreich zusammengestellt und bot ein umfangreiches Repertoire zwischen traditionals und Kompositionen von O'Carolan über Arcangelo Corelli bis Bach).

Martin Hughes

Vor allem die virtuose Querflöte von Martin Hughes hob immer wieder diese klassischen Aspekte deutlich hervor. Im Duett mit den whistles oder pipes von Kathleen Loughnane's Sohn Cormac Cannon entstanden immer wieder Klangbilder, die jenseits der gewohnten irischen Klänge zu fesseln wussten.

Lediglich ein einziges Mal, beim letzte Titel des ersten Sets schienen dann doch musikalischen Möglichkeiten dieses faszinierenden Trios an ihre Grenzen zu kommen und die schnellen Töne der Querflöte von Martin waren für seine beiden Mitstreiter kaum mehr einzuholen.

Nach der Pause kamen die Musiker dann auch solo zum Zuge.

Und wer vielleicht vermuten würde, dass Querflöte, uilleann pipes, whistles oder Harfe unbegleitet nicht so spannend wären, der wurde dabei eines besseren belehrt. Kathleen Laughnane gehört unbestritten zu den Virtuosen ihrer Zunft und ihre Kompositionen und Arrangements gehören heute zum Anspruchsvollsten, das die irische Harfenmusik derzeit zu bieten hat.

Den Anfang machte Kathleen mit Kompositionen von O'Carolan bevor sie die Bühne frei machte für ihren Sohn Cormac.

Und auch der Rest der Familie konnte problemlos zeigen, dass irische Musik höchsten musikalischen Ansprüchen genügen kann und noch ganz andere Register zu ziehen vermag, als drinking songs und ähnliches.

Cormac Cannon zeigte bei seinem gut 10-minütigen Solo auf den irischen uilleann pipes, welch komplexer Sound diesem Instrument zu entlocken ist.

Angesichts seiner jungen Jahre kann man nur den Hut ziehen nach dieser Darbietung und mit Sicherheit kann er sich irgendwann einmal unter die besten seiner Zunft einreihen, wenn er diesem Instrument die Treue hält.

Auch sein älterer Cousin Martin, der die für die irische Musik eher ungewohnte klassische Querflöte aus Metall spielt, stand dem in nichts nach und konnte das Publikum mit seiner Darbietung begeistern, bevor schließlich Kathleen wieder dazu kam.

Der zweite Set bot weitere Arrangements und Kompositionen zwischen überlieferten traditionals und überlieferten Kompositionen.

Die Begeisterung des Publikums im Cobbler's Irish Pub nach zwei Stunden, die wie im Flug vergingen zeigte sich auch im unermüdlichen Applaus, der erst nach der dritten Zugabe allmählich nachließ.

Mein persönlicher Eindruck im Vergleich der beiden Konzerte war, dass das gleich Programm im großen Saal des Schusterhäusls/Cobbler's in Germering besser zur Geltung kam und den klanglichen Anforderungen der Musik des Trios eher gerecht wurde als die Räumlichkeiten in der Fraunhofer Straße. Ein großer Genuss waren jedoch beide Auftritte alle mal und ich persönlich bin schon heute gespannt auf die nächste Tournee der "Pure Irish Drops 2006".

Kathleen Loughnane im Cobbler's Irish Pub

Bericht und Photos: W. Rodrian, 2005

Pure Irish Drops 2005 im Cobbler's Irish Pub/Germering am Dienstag, 11. 10.2005