AKTUELL

April 2006

Jean-Michel Veillon und Jamie McMenemy, Kulturrestaurant Traube Ottikon, 24.03.2006

Duo Jean-Michel Veillon & Jamie McMenemy im Kulturrestaurant Traube, Ottikon-Schweiz am 24.März 2006

Ich sah und hörte Jean-Michel Veillon bereits zweimal in Quimper bei dem Projekt „Les voix de la terre“ von Gilles Le Bigot. Dieses Mal kam er mit seinem Freund Jamie McMenemy nach Ottikon. Das Kulturrestaurant Traube bietet eine ausgezeichnete Küche und in regelmäßigen Abständen Konzerte von hervorragender Qualität. Die Konzerte finden in einem kleinen Saal im ersten Stock statt und sind meistens unplugged. Eine kleine Schar von etwa 40 Personen kommt hier in den Genuss von großartiger Live Musik.

Jamie McMenemy (bouzouki, vocals)

Jean-Michel Veillon hat die irische Querflöte in die bretonische traditionelle Musik eingeführt und kann heute als einer der besten Flötisten der Szene bezeichnet werden. Sein Spiel ist inspirierend und virtuos und durch den weichen Klang der Holzflöte werden die wunderschönen Melodien zu einem wahren Ohrenschmaus.

Jamie McMenemy begann seine Karriere bei der Battlefield Band und ließ sich vor 27 Jahren in der Bretagne nieder. Er ist ein Meister der Bouzouki und ein ausgezeichneter Kenner schottischen Liedguts. Sein Zusammenspiel mit Jean-Michel ist durch eine langjährige Zusammenarbeit geprägt und während des Konzertes hatte man das Gefühl, die beiden kommunizieren mit ihrer Musik.

Jean-Michel Veillon (hölzerne irische Querflöte)

Das Programm der beiden bestand aus wunderschönen bretonischen, irischen und schottischen Instrumentalstücken, Jamies einzigartigen schottischen Balladen, aber auch mitreißende traditionelle Musik aus anderen Landen wurde eingestreut. So auch mein persönliches Lieblingsset aus dem jiddischen „Medyatsiner Waltz“ und der „Air Macedonien“. Aber auch das bretonische Stück „Ar Meliner“ (der Müller), das irische Set „Policeman's Holiday“ oder das etwas makabre schottische Lied „The Cruel Brother“ gehörten zu den Höhepunkten des Abends. Man konnte spüren das Jean-Michel und Jamie Freude am Spiel hatten und das Erlebnis solche Könner unplugged und hautnah erleben zu dürfen war atemberaubend.

Ich möchte den Künstlern und meinem Freund Willi dafür danken, diesen Termin in der Schweiz ermöglicht zu haben. Das Publikum wird dieses außergewöhnliche Konzert sicher nicht so bald vergessen.

Adolf Goriup, Switzerland