AKTUELL

Juni 2006

Didier Squiban Trio – KKL Luzern, 20. Mai 2006

Didier Squiban live in Luzern

Das Kongress und Kulturzentrum Luzern verfügt über einen wunderschönen Konzertsaal mit 1840 Sitzplätzen, verteilt auf 4 Etagen, und einer tollen Akustik. Didier Squiban stellte sein neues Album „La Plage“ auf einem Yamaha Piano vor und wurde von Simon Mary am Kontrabass und Jean Chevalier an den Percussions begleitet. Zu meinem Bedauern fehlte Bernard Le Dréau am Saxophon, der als Vierter im Bunde an seiner neuesten CD mitgearbeitet hat.

Didier Squiban wurde bereits mit Pianisten wie Rick Evans oder Keith Jarrett verglichen und seine außergewöhnliche Kreativität gepaart mit Einflüssen aus der klassischen Musik und dem Jazz aber auch der traditionellen bretonischen Musik zeichnen diesen Künstler, der am Ende der Welt (Finistère) sein Zuhause hat, aus. Er betrat mit seinen beiden Freunden die Bühne des Konzertsaales und ließ das Publikum während 2 Stunden den Alltag vergessen, bezauberte uns mit seinen wunderschönen Melodien und tollen Rhythmen und entführte uns in seine (musikalische) Heimat.

Mit seiner abwechslungsreichen Musik, die von elegisch melancholischen Melodien bis zu jazzig rhythmischen Themen eine enorme Bandbreite einnahm, begeisterte er das gesamte Publikum, das sich aus einer bunt zusammengewürfelten Schar Musikbegeisterter zusammensetzte. Didier erzählte uns auch Anekdoten und Geschichten über seine Heimat, nicht nur mit seiner virtuosen Tastenakrobatik, sondern auch als Überleitung zu neuen musikalischen Themen mit Worten. Immer wieder hörte man versteckt unter dem musikalischen Schleier des jazzigen Arrangements traditionelle bretonische Rhythmen, aber auch den Gesang des atlantischen Ozeans.

Das Programm bestand zu einem großen Teil natürlich aus Stücken seiner neuen CD und reichte von stillen romantischen Balladen wie „La Plage“, dem Titelstück der CD, über jazzig arrangierte bretonische Tänze oder Themen. Der Höhepunkt des ersten Sets war für mich das jazzige Stück „La Mer d'Iroise“, ein Stück über das Meer westlich von Brest, bei dem Squiban ein langes Solo am Piano spielte, bevor Jean Chevalier am Oudu und Simon Mary am Kontrabass einstimmten - ein Genuss für Jazzliebhaber. Im zweiten Set brillierten die Musiker vor allem bei der siebenteiligen Suite „Les Sept Iles“. Das Publikum begann bereits nach dem fünften Teil „Enez Mellban“ mit einem euphorischen Applaus und erst nach einem stillen Handzeichen von Didier konnten die Musiker die Suite zu Ende spielen.

Didier Squiban Trio: la plage

Ich nahm natürlich ein Exemplar des Albums, das im Januar 2006 in einem privaten Studio am Strand von Pléchatel aufgenommen worden war, mit nach Hause. Wenn ich die CD in stillen Momenten abspiele, kann ich die Farben einer Abendstimmung am Strand hören und ich sehe vor meinen geschlossenen Augen den Gesang der Gezeiten – Didier Squiban, die Bretagne und das Meer musikalisch inszeniert von vier hervorragenden Musikern.

 

Adolf „gorhand“ Goriup

Dieses Album können Sie bei www.bretagne-musik.de online bestellen
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