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Juni 2006

Das TFF.Rudolstadt 2006 - ein Rückblick

Bretonen in Thüringen ...
TFF Rudolstadt 2006

Frankreich war beim diesjährigen TFF (Tanz und Folkfest) in Rudolstadt/Thüringen der offizielle Länderschwerpunkt. Da durften natürlich die Bretonen nicht fehlen. Nicht zuletzt deswegen, weil aus der Region Bretagne in Sachen Folk und Trad seit Jahrzehnten die umfangreichste und vielfältigste Szene kommt.

Auch wenn der französische Weltmusiksektor mittlerweile mit Chanson und Afropop aus Paris und anderen Großstädten geradezu überschwemmt wird, stellt die Bretagne nach wie vor eine Ausnahme dar. Der Sound bretonischer Musik mit ihren keltischen Wurzeln stellt seit dem Revival, das in den 70er-Jahren von Interpreten wie Alan Stivell und Tri Yann ausgelöst wurde, immer noch den Großteil der Live- und Tonträgerproduktionen im Bereich der traditionellen französischen Musik.

die Videos
(DSL für download empfohlen)

Das bagad Roñsed Mor de Lokoal Mendon auf dem Marktplatz in Rudolstadt
Das bagad Roñsed Mor auf dem Marktplatz
(4:03 Minuten, 40,3 MB, *.mpeg)

'Magic Pipes': Pascal lamour und Fraser Fifield mit einem An Dro
P. Lamour & F. Fifield "Magic Pipes":
An dro ( 3:07 Minuten, 30,3 MB, *.mpeg)
Pascal Maour und das bagad Roñsed Mor de Lokoal Mendon auf der großen Bühne am Markt mit noch einem an dro... you want to dance ?
P.Lamour und das bagad Roñsed Mor:
An dro (8:42 Minuten,90,01 MB, *.mpeg)

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Dass die bretonische Musik musikalisch auf dem Laufenden ist, dafür stehen andererseits innovationsfreudige Interpreten wie der "Elektro-Shamane" Pascal Lamour. Und so war es auch nicht erstaunlich eben diesem Pascal Lamour in Rudolstadt wieder zu begegnen. Seine musikalischen Ursprünge liegen in der traditionellen Musik der Bretagne, deren Instrumente "binioù" (bretonischer Dudelsack) und "bombarde" er perfekt beherrscht.

Nach Rudolstadt kam er gemeinsam mit einem der besten bretonischen "bagadoù" (Bagad: breton. pipe band nach schottischem Vorbild) das die bretonische Szene zu bieten hat, dem Bagad Roñsed Mor aus Lokoal-Mendon. Schon beim Studium des umfangreichen Festivalprogrammheftes (185 Seiten) wurde einem schnell klar, dass es kaum eine Gelegenheit geben würde, Pascal Lamour und das Bagad Ronsed Mor nicht zu hören und zu sehen.

Auf dem Programm standen Konzerte, Auftritte des Bagad auf dem Marktplatz und Pascal Lamour nahm dann auch noch als Musiker an dem Projekt des diesjährigen Instrumentenschwerpunktes "Magic Pipes" teil.

Unter der sympathischen Regie des Musikers und Musikjournalisten Wolfgang Meyering (Malbrook) präsentierten Pascal Lamour und 6 weitere Dudelsackspieler ein gemeinsames Programm, das kaum jemand für möglich gehalten hätte. Mit dabei: Béla Ágoston (Ungarn), Fraser Fifield (Schottland), Cätlin Jaago (Estland), Lorena (Galizien), Sepp Pichler (Österreich und Saeid Shanbehzadeh (Iran) sowie dessen 12-jähriger Sohn Nahrid (percussion).

Als Manager und Betreuer der insgesamt 22 bretonischen Musiker war es mir dieses Jahr leider kaum vergönnt, andere Veranstaltungen und Konzerte als die des Bagad und von Pascal Lamour mitzuerleben, aber zum Festival an sich seien an dieser Stelle doch einige eindrücke geschildert.

Wie jedes Jahr war das Publikum zahlreich angereist. Nach Angaben der Festivalleitung im Rahmen der abschließenden Pressekonferenz am Sonntag sogar zahlreicher als jemals zuvor mit ca. 65.000 Besuchern. Und wie jedes Jahr ließ sich das bunt gemischte und äußerst beigeisterungsfähige Publikum auch nicht von den heftigen Regenfällen am Freitag Abend abschrecken.

Gut ausgerüstet mit Regenjacken und -schirmen füllten die Festivalbesucher den weitläufigen Marktplatz während der Auftaktveranstaltung und das erste Konzert der "Magic Pipes"-Musiker um 21.30 geriet trotz der mitunter ungewohnten Klänge und Harmonien ansatzlos zu einem bejubelten Erfolg.

Jeder der Musiker hatte eigene Kompositionen in das gemeinsame Konzert eingebracht, die Arrangements waren in der vorhergehenden Woche ausgearbeitet und einstudiert worden. Dementsprechend bunt gemischt und facettenreich präsentierte sich auch das lebendige Repertoire dieser einzigartigen Festival-Formation.

Melodien aus Galizien, Schottland, Lieder aus Ungarn und aus Estland, Tänze aus der Bretagne- und Österreich und aus dem Iran wurden einem Publikum dargeboten, dass immer mehr in den Bann der sehr speziellen Dudelsäcke aus aller Welt geriet. Wahrlich Weltmusik vom Feinsten.

'Magic Pipes', das Instrumentalprojekt 2006: eine Bühne voll Dudelsäcke
mit Fraser Fifield asu Schottland
einem interessierten Publikum
Béla Ágoston aus Ungarn
Saeid und Nahrid Shanbehzadeh aus dem Iran

So richtig bretonisch wurde es dann, als das Bagad Roñsed Mor bei Einbruch der Dämmerung vor der malerischen Kulisse der Rudolstädter Häuser mitten auf dem Marktplatz zu spielen begann. Sie hatten zwar schon einen ersten Kurzauftritt im Rahmen des Eröffnungsprogramms absolviert. Diesen jedoch ohne die traditionelle Tracht und sehr spontan, da die beiden Minibusse mit den 21 Mitgliedern des Bagad auf dem Weg vom Flughafen Halle/Leipzig im Stau stecken geblieben war und gerade noch rechtzeitig vor Ende der Veranstaltung eintraf.

das Bagad Ronsed Mor ist angekommen: eine schnelle Probe nach dem ungeplanten Aufenthalt im Stau
un, deux, trois...
das ist der Paukenschlag mit den großen Seepferdchen (ronsed mor)
die kriegen wir schon noch alle zum tanzen...
das war's dann bis später

Nun aber, auf dem Marktplatz und in voller Montur, da konnten sie so richtig vom Leder ziehen und bereits mit diesem ersten eindrucksvollen Auftritt zeigten die bretonischen Musiker und Musikerinnen, was man mit so einer Pipe Band bretonischer Machart so alles machen kann. Und mit ihren "an dros" und "ridées" spielten sie sich sofort in die Herzen des Publikums, das sie kaum gehen lassen wollte nach Ablauf der offiziellen Spielzeit. Und war es die Magie des Festivals oder der Zauber der bretonischen Musik, der den Regen vertrieb. Denn rundum auf dem Marktplatz fiel Regen während dem Auftritt des Bagad, lediglich der Kreis um die Musiker blieb verschont und trocken.

bretonische Stimmung auf dem nächtlichen  Rudolstädter Marktplatz
keine Verstärkung nötig: bombardes und binioù vertreiben sogar den Regen
und jetzt wird endlich getanzt
die Solisten des Ensembles
magic moments...
und Pascal Lamour gibt ein erstes Interview (mit Andreas Kisters)

Und die Tanzkundige Besucher des TFF tanzten auf dem Marktplatz zu den Klängen des Bagad wie in der Bretagne, wo sich die Tänzer auch zu jeder Tages- und Nachtzeit bei den ersten Tönen bretonischer Musik in die bekannten Ketten und Kreise einreihen und rhythmisch zu den markanten Sounds von Bombarde und Binioù über das Pflaster hüpfen. Magic moments...

Neben den bretonischen Musikern wurde das vielfältige und reichhaltige Programm zum Themenschwerpunkt Frankreich von einer Reihe namhafter und ausgewählter Musiker und Gruppen aus dem Lande der Chansons, der Bourées und er Baguettes bestritten:

Babylon Circus, Françoiz Breut, Titi Robin, Jérémy Kiesling, No Jazz, La Chavannée und Les Primitifs du Futur sind nur einige der Vertreter des weiten Spektrums der zeitgenössischen französischen Musik, die nach Rudolstadt eingeladen waren. Dahin gestellt sei an dieser Stelle die Diskussion, inwieweit einige dieser Interpreten denn auch Vertreter von Tanz und Folk sind.

Daneben natürlich das übliche, sehr variantenreiche Angebot dieses Festivals, das im Laufe der Jahre doch mehr zu dem deutschen Festival der Weltmusik geraten ist, denn ein Tanz und Folkfest zu bleiben. Musiker aller Sparten aus aller Herren Länder und neben den üblichen Verdächtigen dann auch Stars und Publikumsmagneten wie Jimmy Cliff, Suzanne Vega und Shooting Star Lila Downs aus Mexico.

Aber wie gesagt, das Programm ist extrem variantenreich und bietet in der Tat für jeden Geschmack etwas. Von skandinavischer Musik mit Suden Aika oder Sväng bis hin zur britischen Power-Tanzband Bellowhead, den grandiosen Beefólk aus Österreich oder der Gruppe Etnika aus Malta. Aber leider all diese faszinierende Vielfalt ging dieses Jahr relativ ungehört an mir vorüber, denn es galt die bretonische Delegation zu betreuen was mir natürlich auch viel Spaß machte !

Das Samstagsprogramm sah wiederum etliche Auftritte und Veranstaltungen mit Pascal Lamour und dem Bagad Roñsed Mor de Lokoal Mendon vor. Am Nachmittag und am späten Abend scharte sich erneut das Publikum um die bereits heiß erwarteten 21 Musiker des Bagad und es war kaum ein Durchkommen zur Gruppe, kaum dass sie begonnen hatten, ihre Pipes, Bombardes und Drums einzustimmen und anzuspielen.

wieder einmal das bagad Ronsed Mor auf dem Marktplatz
wahrscheinlich mit der größten Bombarde
einer Bagpipe-Fraktion
und der Percussionsabteilung

und das bagad wird ebenfalls interviewt (diesmal von Ulli Patzwahl)Währenddessen konnte sich eine ganze Reihe interessierter Festivalbesucher den Vortrag von Pascal Lamour zum Thema "Die aktuelle Situation der bretonischen Musik" in der Bibliothek anhören. Dabei demonstrierte Pascal fachkundig die wichtigsten Instrumente der traditionellen bretonischen Musik und ergänzte seine Ausführungen mit vielen Musikbeispielen, die das gesamte und erstaunlich breite Spektrum der zeitgenössischen Musik in der Bretagne von Trad über Folk bis hin zu Chanson und Jazz eindrucksvoll illustrierten.

 

Ein weiterter Höheppunkt war mit Sicherheit das zweite "Magic Pipes"-Konzert am Samstag Nachmittag auf der großen Bühne in der Heideckburg. Bei strahlendem Sonnenschein und einigen wenigen letzten Regentropfen geriet die Aufführung des gemeinsamen Dudelsackrepertoires nun schon wesentlich lockerer und die Musiker gabe zwischendurch immer mal wieder kurze Showeinlagen zum Besten, sei es der extatische Striptease von Saeid oder der bretonische Tanz zum An Dro, den Pascal Lamour und Fraser Fifield im Duett bliesen.

Samstag auf der Burg: das zweite 'Magic Pipes'-Konzert
Fraser bläst aus allen Rohren
Lorena aus Galizien...
und Cätlin aus Estland
Béla mit den ungarischen Bock
und einer unvergleichlichen Gesangseinlage
Pascal mit einer sehr merkwürdigen Bombarde..
die eher wie eine Klarinette klingt
jetzt tanzen sie sogar schon auf der Bühne
und es macht ihnen sehr viel Spaß !
hübsche galizische Klänge..
vermischen sich mit dem estnischen Dudelsacksound...
und Wolfgang Meyering ist sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis seiner Arbeit
Sepp aus Österreich, der zurückhaltende...
und Saeid aus dem Iran, überhaupt nicht zurückhaltend sein Sohn Nahrid, der heimliche Publikumsliebling

Danach dann die Verleihung der diesjährigen Weltmusikpreise RUTH im Rahmen des TFF in Rudolstadt:. Geehrt wurde Rüdiger Oppermann & Karawane mit der "globalen RUTH" für ein umfangreiches Lebenswerk, das auch als der Beginn der Weltmusik in Deutschland beschrieben wurde, Konstantin Wecker mit der "deutschen RUTH" für das Bagdad-Kabul-Projekt, Rudolstadts Alt-Bürgermeister Dr. Hartmut Franz mit der "Ehren-RUTH" für seine langjährigen Verdienste um das Festival sowie die Gruppe Die Ohrbooten (Berlin) und das Duo Bögeholz & Mosalini (Deutschland-Chile) mit je einer "Nachwuchs-RUTH".

Bevor dann Jimmy Cliff den Großteil des Publikums zu seinem "morgendlichen" Auftritt gegen 01.00 Uhr auf der großen Bühne im Heinpark lockte, konnten die Festivaliers auf der großen Bühne im Stadtzentrum, auf dem Marktplatz noch den denkwürdigen gemeinsamen Auftritt von Pascal Lamour und dem Bagad Roñsed Mor miterleben.

In Zusammenarbeit mit den Musikern des Bagad hat Pascal Lamour als jüngste Kreation das Konzept der "transe bretonne" entwickelt. Die sich immer mehr steigernden und sich tranceartige wiederholenden Rhythmen und Klänge des Bagad mit den Highland-Pipes schottischer Machart, den schrillen Klängen der Bombardes und er markanten Percussion versetzen nahezu jedes Publikum im Laufe des Konzertes in einen Trancezustand.

Nach den ersten Stücken, Melodien und Kompositionen von Pascal Lamour, die das zu später Stunde immer noch zahlreich auf dem Markt versammelte Publikum in visionäre bretonische Klanglandschaften schickte, ging en Bagad und Pascal Lamour dann schon bald zu den Tänzen über. Mitmachen die Devise und die kundigen wie auch die weniger kundigen Tänzer ließen sich nicht lange bitten: "You want to dance...?"

Samstag abend auf der großen Bühne auf dem Marktplatz: jetzt sind die Bretonen dran...
Pascal gibt den Takt vor..
und ab geht die Post !
der 'Electro-Shamane'  bei der Arbeit
bretonische Beschwörungsformeln
und da wird ja schon wieder getanzt
kein Halten mehr auf der B ühne
auf geht's, alles tanzt jetzt mit !
das Bagad bei der Arbeit
und Rudolstadt verwandelt sich in eine bretonische Metropole
jetzt tanzt sogar das bagad...
nun gut - nicht alle, ein paar müssen ja noch Musik machen
Ihr seid ein großartiges Publikum
kenavo - bis zum nächsten Mal
die Bretagne und Deutschland vereinigt und zum Abschluß noch ein Gruppenphoto mit Seepferdchen-Trommel

An dros, laridées und wie sie allen heißen der Platz vor der Bühne reichte kaum aus für die begeisterten Tänzer und auch eine bretonische Fahne war hier und da zu sehen fast hätte man sich in die Bretagne versetzt fühlen können. Und selbst das Bagad wurde angesteckt von der guten Laune. Ein Duett von Pascal Lamour und dem Penn Soner der Band wurde von den entbehrlichen Mitgliedern des Ensembles sofort genutzt, um auf der Bühne mitzutanzen.

Sogar eine während dem Konzert einlaufende Gruppe von Fußballfans, die den deutschen Sieg im Spiel gegen Portugal lautstark bejubelte, wurde mit ihrer Begeisterung und der deutschen Fahne schnell integriert.

Nach 3 Zugabe mussten die Bretonen dann schließlich (für bretonische Verhältnisse relativ früh) die Bühne verlassen und das begeisterte Publikum dahin ziehen lassen.

Der Sonntag brachte den Abschied de Bagad mit sich. Da alle Mitglieder der Gruppe berufstätig sind und nicht als Profimusiker ihr Geld Verdienen, mussten Sie sich bereits am Sonntag Mittag auf den Weg zum Flughafen Halle/Leipzig machen, um am Montag wieder pünktlich am Arbeitsplatz zu sitzen und zu stehen. Die Pressekonferenz des Festival-Komitees (v.l.n.r.): Bernhard Hanneken, der Bürgermeister Jörg Reichel, Wolfram Böhme, Petra, Rottschalk und Ulrich Doberenz


Auf der mittäglichen Pressekonferenz des Festivals wurden die ersten, beeindruckend klingenden Zahlen für die Ausgabe 2006 genannt:

Mit geschätzten 65.000 Gästen wurde ein neuer Besucherrekord verkündet und auf 16 großen Bühnen und 7 Podien spielten von Freitag Abend bis Sonntag Abend 963 Mitwirkende aus 43 Ländern bei 286 Auftritten. Da stellt sich angesichts der Überauswahl und der damit verbundenen Probleme, auch nur einen Bruchteil der interessanten 120 Acts des Festivals und der zu überbrückenden Distanzen dem einen oder anderen sicherlich die Frage, ob das letzten Endes nicht doch zu viel des Guten ist.

Am Nachmittag gab's dann noch das Solokonzert von Pascal Lamour auf der Bühne am Neumarkt, zu dem er für ein Stück den aus Schottland angereisten Fraser Fifield auf die Bühne holte. Das Zusammenspiel von Frasers Saxophon und Pascals Holzsaxophon (Saxo-Koat; Saxo en bois der Firma Hervieux et Glet - danke Bijan für die Info !) sicherlich einer der großen Höhepunkte dieses Konzertes, dass ich jedoch nur im Mitschnitt hören konnte, da gleichzeitig im Alten Rathaus die hochinteressante Podiumsdiskussion zum Thema "Französische Musik in Deutschland" stattfand, zu der ich von Andreas Kisters eingeladen worden war.

Gemeinsam mit A. Kisters (Radio Bremen), der das Gespräch als Moderator immer wieder auf interessante Punkte brachte, Petra Rieß vom Saarländischen Rundfunk, Charles Rognet vom bureau export aus Berlin und Matthias Koch (Naive Deutschland) wurden die Probleme und Chancen des Vertriebs französischer Musik in Deutschland aus den unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtet und hinterfragt.

Und weiter ging's mit den "Magic Pipes"- diesmal beim abschließenden Workshop im Alten Rathaus, wo sich die einzelnen Teilnehmer mit ihren Instrumenten präsentierten und Publikumsfragen beantworteten. Publikumsliebling war wie auch auf der Bühne die bezaubernde junge Galizierin Lorena, die aufgrund mangelnder Englischkenntnisse relativ sprachlos blieb.

In der Bibliothek der Vortrag von Pascal Lamour über die bretonische Musik
und im Alten Rathaus der 'Maguic Pipes' workshop...
bei dem jeder und jede noch mal zeigen kann, was der Dudelsack so alles hergibt
Lorena aus Galizien, die besonders das männliche Publikum ansprach...
und Béla aus Ungarn mit seinem pittoresken Bock
unterstützt von seinem Kollegen Zoltán Szabó

Insgesamt hätte ich mir den Workshop etwas besser vorbereitet gewünscht. Auch wenn Wolfgang Meyering, der sympathische und souveräne Leiter des Projektes "Magic Pipes" dann gemeinsam mit Pascal Lamour als Dolmetscher einsprang insgesamt hätten Kommunikation und Präsentation bei diesem Workshop besser sein können. Dennoch war es interessant und spannend, die Piper einmal ganz hautnah erleben zu können.

(Leider) parallel zum Finale der WM Italien gegen Frankreich begann dann um 18.00 am Sonntag die große Abschlussveranstaltung des Festivals bei strahlendem Sonnenschein. Etliche der angereisten MusikerInnen und Gruppen gaben in Kurzauftritten bis spät in den Abend hinein noch einmal ihr bestes. Den traditionellen Abschluss bildete ein letzter krönender Auftritt des "Magic Pipes"-Konzertes.

ein letztes Mal: die 'Magic Pipes' on stage...
Nahrid trommelt was das Zeug hält
und auch die zum letzten Mal versammelten Piper geben ihr Bestes
Pascal am Mikrophon
und Béla am Bock
Pipes of the world unites
was ist denn das für ein Schweinebauch ?
scheint ganz schön anstrengend zu sein...
im Duett mit dem ungarischen Bock
aber was ein echter Bretone ist, der hält das schon aus
und irgendwann einmal muß leider Schluß sein: Ihr wart ein Super Publikum ! ein letzter Abschied von den Kollegen hinter der Bühne

Aber da auch in Rudolstadt irgendwann einmal Ruhe einkehren muss, hatte auch diese letzte grandiose Präsentation irgendwann einmal nach diversen Zugaben ein Ende, das Stadtzentrum lehrte sich nach und nach und irgendwann gegen Mitternacht fand man sich dann in ungewohnter Ruhe bei einem Absackerbierchen in einer der Rudolstädter Kneipen wieder.

Danke Rudolstadt für die schönen Tage und Moment und bis 2007. Wir kommen wieder !

Bericht und Photos: W. Rodrian 2006