AKTUELL

April 2006

"Nouvelle agression de la revue Bretagnes"

"Erneuter Angriff durch das Magazin Bretagnes" titelt der bretonische Schriftsteller Michel Treguer in einem Artikel vom 11.April in www.agencebretagnepresse.com gegen die Sprachenpolitik der neuen Zeitschrift Bretagne[s].
"Die bretonischesprachige Bevölkerung hat mit Unverständnis zur Kenntnis genommen, dass sich in der N° 1 des Magazins, das mit 310.000 € von der Region unterstützt wird und den Auftrag hat, die Forschungsarbeit der bretonischen Universitäten zu förden, kein einziges Wort in Bretonische findet. In einigen Artikeln scheint sogar eine Art der Aggression durch, die fast jener der extrem linken Medien (médias jacobins) gleichkommt, und die Abeit von Diwan wird abgetan als "sektiererischer Sprachunterricht".
(...) Auch in der 2. Ausgabe von Bretagne[s] liest man immer noch kein Wort auf Bretonisch, es wurde aber folgende Frage an zwei Lehrer gerichtet, die Sprachunterricht geben: "Was für einen Sinn macht die Vermttlung der betonischen Sprache heutzutage, wo sie doch nur noch die Sprache einiger alter Leute auf dem Land ist, die keinen Einfluss haben?"
Anm.d.Redaktion: besagte Frage findet sich in dem Artikel "La Bretagne regard[s]" auf Seite 82 und wurde an Ronan Calvez und Philippe Blanchet gerichtet und man kann die Frage durchaus als provokantes Mittel sehen, das die Interviewpartner aus der Reserve locken sollte. Und so fallen auch die Anworten der beiden Befragten sehr differenziert und nicht negativ hinsichtlich der bretonischen Sprache aus. Tenor der expliziten Äusserungen von R.Calvez und P.Blanchet ist eher, dass der Bretonischunterricht den Kindern und Jugendlichen durchaus kulturelle Identität und als weitere Sprache intellektuellen Zugewinn bringen kann, völlig uneachtet dessen, wie viele Bretonen der Sprache gegenwärtig noch aktiv der passiv mächtig sind.
Quelle: www.agencebretagnepresse.com