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April 2007

St. Patrick’s Day Celebration Festival in Delémont, 23.03.2007

St. Patrick's Day in Delémont: Session (Photo: A.Goriup)

Eine Woche nach dem eigentlichen St. Patrick’s Day ließ Magnetic Music im Schweizer Jura, einem alten keltischen Siedlungsgebiet, nochmals Festlaune aufkommen. Das Wort Jura stammt übrigens aus dem Keltischen und bedeutet bewaldete Hügel.

Kurz nach 20.00 Uhr eröffnete Rachel Hair an der Clarsach, der Schottischen Harfe, mit Ehemann Michael G. Rose an den Keyboards das Festival. Die beiden unterhielten das Publikum entsprechend der Besetzung mit wunderschönen instrumentalen Stücken, die manchmal die Zuhörer mit flotten Rhythmen zu den ersten Tanzschritten animierten. Meist jedoch verzauberten die Klänge der Harfe die schönen Melodien und ließen die Zuhörer von der einsamen Weite Irlands oder Schottlands träumen.  

Rachel Hair und Michael G. Rose (Photo: A.Goriup)

Nach einer kurzen Pause betrat die Kanadische Band „The McDades“ die Bühne. Bereits beim ersten Stück, bei dem Jeremiah McDade, einer der drei Geschwister, mit seinem Spiel auf der Low Whistle brillierte, war klar, dass das Fest nun richtig beginnen konnte. Sein virtuoses und leidenschaftliches Spiel erinnert ein wenig an Carlos Nunez jedoch bewies er später, dass er neben den verschiedenen Blasinstrumenten auch die Fiddle spielt und ein guter Sänger ist. Schwester Shannon Johnston hat ebenfalls eine tolle Stimme und ihr Geigenspiel ist unvergleichlich; am ehesten erinnert ihr Spiel an Jimmy Hendrix, jedoch erzeugt sie den Sound mit einer akustischen Fiddle. Solon McDade sorgte mit seinem Kontrabass für eine gute Portion Jazz. Yann Falquet an der Gitarre und François Taillefer an den Perkussions-Instrumenten erzeugten den mitreißenden rhythmischen Klangteppich. Außerdem begeisterte Taillefer mit seinem kehligen Gesang, der von Tibetanischen Mönchsgesängen und vom Didgeridoo inspiriert zu sein scheint. 

Taillefer (Photo: A.Goriup)

Als letzte Band heizte die sechsköpfige Schottische Band Canterach dem begeistert feiernden Publikum ein. Canntaireach ist eine traditionelle Art mit Gesang die Musik des Dudelsacks weiterzugeben. Man kann diesen Gesang sogar auf eine eigene Art transkribieren. Nach der Kanadisch-Keltischen Worldmusic von den McDades wurde nun echte Schottische Folkmusik in einem modernen Gewand geboten. Sänger und Gitarist Ross Kennedy und sein Weggefährte Steve Lawrence (beide ex Tannahill Weavers und Iron Horse) an den Percussions und der Bouzouki haben sich mit ausgezeichneten jungen Musikern zusammen getan. Lorne MacDougall, seines Zeichens „Grade 1 Piper“, stand zwar am rechten Bühnenrand im Hintergrund, sein Dudelsack jedoch dominierte souverän das musikalische Geschehen, ohne dabei seinen Mitmusikern die Show zu stehlen. Sein Zusammenspiel mit den beiden Fiedlerinnen Fiona Cuthill und Sarah Naylor gibt der Musik von Canterach einen ganz eigenen Klang, dynamisch, abwechslungsreich und mitreißend. Die ausgelassene Stimmung, die die beiden mit Ross auf der Bühne erzeugten, übertrug sich auch auf das Publikum. Pianist Douglas Millar war vor allem dann in seinem Element, wenn die Rhythmen heiß wurden und er improvisieren konnte.

Canterach (Photo: A.Goriup)

 
Am Ende dieses Sets lud die Band traditionellerweise alle Musiker ein, auf die Bühne zu kommen und in einem furiosen Finale noch einmal Alles zu geben. Und das taten sie dann auch. Egal ob die drei Fiddle sich gemeinsam in einen musikalischen Rausch spielten oder ob Taillefer und Lawrence mit ihren Rhythmen den Saal zum Kochen brachten, hier erlebten wir ein echtes musikalisches Spektakel der Spitzenklasse. Für mich waren die Höhepunkte dieses Abends in den Hallen des Schlosses zu Delsberg ein vom Trio Millar, Cuthill und Naylor gespieltes wunderschönes melodisches Stück, sowie das Solo von Shannon Johnston und das musikalische „Duell“ von Solon McDade am Kontrabass mit Douglas Millar am Piano bei der abschließenden Session.

Session (Photo: A.Goriup)

Adolf „gorhand“ Goriup