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Juli 2007


Capercaillie beim Bonner Sommer 2007 - Marktplatz, 30.06.2007

Capercaillie live beim Bonner Sommer 07

Sie macht sich rar im deutschsprachigen Raum die schottische Band, die sich nach einem für die schottischen Highlands typischen Vogel, dem Auerhahn, benannt hat. An diesem Samstagabend versprach Karen Matheson dem so zahlreich erschienenen Publikum, dass sie versuchen werden bald wieder zu kommen. Eine tolle Nachricht für uns Fans, die oft weite Strecken zurücklegen um die Band wieder einmal Live zu sehen.

Capercaillie auf dem Marktplatz in Bonn


Obwohl sich meine Anreise aus der Schweiz durchaus gelohnt hat; nicht nur wegen des Konzerts, sondern auch da ich meinen eintägigen Aufenthalt in der ehemaligen Bundeshauptstadt genossen habe. Neben einem Besuch im Geburtshaus von Ludwig van Beethoven und einem schönen Rundgang durch die Stadt, hat mir vor allem der kurze Ausflug ins Siebengebirge gefallen, wo ich den Drachenfelsen besuchte, ein Ort der sehr eng mit der Siegfriedssage verbunden ist.
Doch nun in medias res, ich schreibe hier schließlich einen Konzertbericht und keinen Reisebericht. Das Konzert war für 20.00 Uhr Abends angesagt, der Marktplatz begann sich jedoch bereits gegen 18.00 langsam zu füllen während die Band den Soundcheck machte. Dann ging es los mit "Homer's Reel" und die Musiker spielten mit der Leidenschaft und der Virtuosität, die diese Band auszeichnet auf. Donald Shaw am Akkordeon und den Keyboards, Charlie McKerron an der Fiddle, Manus Lunny an der Bouzouki, Michael McGoldrick an den Flutes, Whistles und am irischen Dudelsack, Ewen Vernal am Bass, David Robertson am Schlagzeug und Che Beresford an den Perkussionsinstrumenten. Das Publikum war vom ersten Augenblick an gefesselt und dementsprechend groß war der Applaus als Karen Matheson die Bühne betrat und den gälischen Waulking Song "Mile Marbhaisg“ (Tausend Flüche auf die Liebe) sang.

Karen und Donald


Ich habe Karen Matheson bereits mehrmals Live gesehen und nicht nur mit Capercaillie, sondern auch mit ihrem Soloprogramm oder auch mit Gilles le Bigot und den "Voix de la terre". Jedes Mal werde ich von neuem von ihrem wunderschönen Gesang und ihrer charmanten Art verzaubert. Ihre Stimme ist perfekt ausgebildet und mit ihrer mehr als 20 jährigen Erfahrung interpretiert sie die uralten gälischen Lieder wie auch die zeitgenössischen Eigenkompositionen mit einer klaren Stimme, viel Virtuosität und unübertroffenem Gefühl.
Vor allem im Zusammenspiel mit ihrem Ehemann Donald Shaw entwickelt sie eine Reife, die im Musikbusiness seinesgleichen sucht. Donald ist nicht nur ein begnadeter Musiker, sondern auch der Kopf und das Nervenzentrum der Band. Bei den stillen Liedern wie "Nil Si NGra" untermalt er Karens Gesang mit einem schönen Klangteppich und bei den traditionellen Tanzstücken spornt er seine Freunde mit dem Akkordeon zu Höchstleistungen an. Vor allem Charlie McKerron ist bei den Reels und Jigs in seinem Element. Hier kann er sein Können voll entfalten und gemeinsam mit Michael McGoldrick am Dudelsack, wie bei dem Stück Kepplehall, oder mit Shaw am Akkordeon improvisieren und den Pace so erhöhen, dass die Fans kräftig mitklatschen. Manus Lunny ist nicht nur ein hervorragender Bouzoukispieler sondern verfügt auch über eine schöne Stimme. Der einzige Ire in der Band ist wegen seiner Qualitäten als Komponist, Musiker und Sänger ein wichtiger Bestandteil der Musik Capercaillies. Nicht zuletzt haben Ewen Vernal und die beiden Rhythmusspieler, Che Beresford und David Robertson einen großen Anteil am Erfolg von Capercaillie. Songs wie "Coisich a Ruin" oder "In Exile" haben es erst durch die mitreißenden Rhythmen geschafft, über die Folkszene hinaus das Publikum zu begeistern.

The end


Nach beinahe 2 Stunden und mehreren Zugaben verabschiedete sich die Band unter tosendem Applaus und der Abend in der Bonner Altstadt endete mit einem letzten Drink und dem unvergleichlichen Sound von Capercaillie, der noch immer in den Ohren nachhallte

Adolf "gorhand" Goriup, Switzerland