AKTUELL

April 2008

The Sands Family live at the Cobbler's, 16. April '08


Ireland's Peace Ambassadors to the World Songs From The North Of Ireland

[ The Sands Family ]
Tommy Sands (Gesang, Gitarre, Tin Whistle, Banjo)
Colum Sands (Gesang, Fiddle, Gitarre, Concertina, Kontrabass)
Anne Sands (Gesang, Bodhran)
Ben Sands (Gesang, Mandoline, Gitarre, Tin Whistle)

Traditionelle irische Musik erfährt hierzulande ein hohes Maß an Akzeptanz. Die SANDS FAMILY hat durch unzählige Konzerte und weit über 20 Plattenveröffentlichungen in den drei letzten Jahrzehnten entscheidend dazu beigetragen.
Ihre Vertrautheit mit der deutsch-deutschen Situation hat Tommy Sands in der Zeit des Mauerfalls zu seinem Song "Dresden" inspiriert. Es kommt deshalb nicht von ungefähr, daß die SANDS FAMILY 1992 mit einem deutschen Kleinkunstpreis, dem RAVENSBURGER KUPFERLE ausgezeichnet wurde.
[ The Sands Family ]Die Geschwister Sands haben es verstanden, traditionelle und aktuelle Elemente des Irish Folk mit zeitgemäßen Texten zu verbinden. Die erlebte Unmittelbarkeit nordirischen Alltags spiegelt sich eindrucksvoll in Liedern wider, die hauptsächlich von Tommy und von Colum Sands geschrieben werden. Sie haben Songs und Balladen geschaffen, die zu Klassikern geworden, sogar in deutschen Schulbüchern zu finden sind.
Auf der Bühne überzeugen sie durch meisterhafte Handhabung vielfältiger Instrumente, perfekten Harmoniegesang, eine enorme Bühnenpräsenz und als wunderbare Geschichtenerzähler. Wesentlich jedoch ist die Fähigkeit der SANDS-Brüder und ihrer Schwester Anne, ihr Publikum in das musikalische Geschehen mit einzubinden, ein Stück Menschlichkeit zu vermitteln.

Aktuelle CDs:
THE SANDS FAMILY Hope Is In The Morning
BEN SANDS BETTER ALREADY
COLUM SANDS Live! In Concert
TOMMY SANDS To Shorten The Winter
Anne SANDS BThe Day Is Well Spent
Die neue CD der Sands Family, Keep On Singing, erscheint offiziell im Mai 2008, die Chancen stehen recht gut, daß sie bereits auf dieser Tournee erhältlich ist!

Unverwechselbar und unübertroffen an den McCalmans sind ihr beeindruckender, präziser und druckvoller Gesang, ihre Spontanität, ihr trockener Humor, ihr treffender, bissiger Witz und ihre ausgeprägte Selbstironie, mit der sie sich selbst auf die Schippe nehmen. Nichts wirkt einstudiert, alle Kommentare ergeben sich aus der momentanen Situation und das Publikum wird ständig mit einbezogen. Es ist wirklich erstaunlich, wie sie es schaffen nach rund 40 Jahren auf der Bühne immer wieder so herzerfrischend und unverbraucht zu sein. Langeweile kommt bei ihren Konzerten nie auf. Folk ist bei den McCalmans keine todernste Angelegenheit, es darf und soll gelacht werden – sie machen Musik zum Zuhören, mitmachen und anfassen.

"Die Besucher mit der weitesten Anreise zum Konzert der Sands Family kamen jedenfalls aus Leipzig. Bereut dürften sie es ebensowenig haben wie all die anderen im ausverkauften Saal, die satte drei Stunden lang "Songs from the North of Ireland" genossen. Applaus! Applaus!"
SIEGENER ZEITUNG


"Auf einzigartige Weise begeisterte die Sands Family ihr Publikum im ausverkauften Kult.
"Früher sangen wir Lieder über schöne Jungfern im Mai. Doch dann kam der Juli, in dem Menschen ermordet wurden. Wir fanden, dass es sich doch in unseren Liedern reflektieren sollte, was um uns herum geschieht. - Der Frieden in Nordirland ist sehr zerbrechlich, wie ein Kind, das Laufen lernt und dabei immer wieder hinfällt. Aber es sind genügend helfende Hände da, die dafür sorgen, dass dieses Kind einmal tanzen wird" (Zitat Tommy Sands). - Weniger die Virtuosität, sondern die Spielfreude und die Ausdruckskraft ihrer Musik machten dieses Konzert zu einem unvergesslichen Erlebnis."
TAUBER-ZEITUNG


"In heiter romantischen Balladen, lyrisch melancholischen Songs und köstlich humorvollen Stories verkündeten sie ihre Botschaft von der Musik, die als Sprache des Herzens alle Grenzen überwinden kann. In traumhaft melodiösen Arrangements und schönen Verknüpfungen von Text und Musik bot die Formation eine Sternstunde des klassischen und zeitgenössischen Folk. Mit feinem, stets trockenem und oft leisem Humor wurden die Männer zu grandiosen Fabulierern, erzählten poitenreiche Geschichten zu Ihren Liedern. Vom ersten Song bis zur letzten Zugabe ließen sich die Fans in den Bann von Naturschönheiten und dem Alltagsleben der grünen Insel ziehen, sangen die Refrains mit und applaudierten begeistert."
RHEINISCHE POST


Der folgende Artikel stammt von Folkworld:
"Es war in Ryan, im Gebiet des Ortes Ryan, nahe dem kleinen Dorfe von Mayobridge, nahe der Stadt Newry in County Down, am Fuße der äußeren Hügel der Mourne Mountains. Dort wuchsen wir auf einem Bauernhof auf; wir waren sieben Kinder und die Eltern. Es war ein sehr kleiner Hof, vielleicht zehn Hektar oder weniger; deswegen mußten wir sehr hart arbeiten, und hatten auch nie Geld im Haus. Wir konnten uns unmöglich Musikinstrumente kaufen, und so waren wir sehr glücklich, wenn jemand mit seinem Instrument vorbeikam, und wir ihn auffordern konnten: Gib uns dein Instrument, wir wollen sehen, ob wir darauf spielen können."
Wenn Ben Sands von seiner Kindheit erzählt, klingt es zuerst wie ein verträumtes Märchen. Doch es werden im folgenden auch noch haarsträubende Geschichten kommen....
[ The Sands Family ]Der Vater der sieben Sands-Kinder spielte Fiddle, die Mutter Akkordeon. Und es kamen regelmäßig Nachbarn ins Haus, zu den sogenannten Ceilis; die Leute würden abends kommen und Geschichten erzählen oder Lieder singen. "Wir hörten das alles als kleine Kinder. Es war die einzige Unterhaltung für die Abende damals; und in dem Alter dachte man, das ist so, wie es immer bleiben wird, das ist das Leben.", meint Colum.
Im Hause gab es keinen Fernseher, aber doch ein Radio. Ben: "Das tat aber nicht so gut, weil einmal - wir hörten uns gerade einen Boxkampf an, und der Mann, den wir gewinnen lassen wollten, wurde schließlich ausgezählt; und mein Vater hatte ein Messer - er saß gerade am Tisch beim Abendessen, das Radio war auf dem Tisch - mein Vater hob das Messer: 'Sei still!', und machte so das Radio still. Deswegen hatten wir dann kein Radio mehr für etwa zwei Jahre, und mußten uns selbst unterhalten."
Die Kinder fingen allmählich an, selbst Musik zu machen. Ben z.B. fing mit etwa sieben an mit dem Piano, später auch Fiddle und vieles mehr. Colum begann erst mit vierzehn, Musik zu machen; auf der Fiddle. Irgendwann kam einer der Brüder (wir erhielten von Ben und Colum unterschiedliche Angaben, wer es war...) mit einer Gitarre an; Vater Sands hatte vorher noch nie eine Gitarre gesehen gehabt,"er war sich nicht sicher, ob das wirklich ein Musikinstrument ist". Aber schon bald hatten die Kinder heraus, mit der Gitarre Fiddlemusik zu begleiten, und beherrschten bald auch dieses Instrument. - Die Einflüsse der Sands-Musiker sind "eine Mischung aus dem Überlieferten der Eltern und dem 60er Folkrevival, das da aus dem Radio kam".
Zu jenen Ceilis schrieben die Sands-Kinder damals nach und nach auch Lieder, meistens einfach über irgendetwas, was in der Gegend passiert war. Colum erinnert sich an ein Beispiel: "Im Dorfe von Mayobridge lebte eine alte Frau, die einen Porzellanladen hatte. Eines Tages gingen eine Herde Kühe und ein Bulle am Laden vorbei, und irgendetwas erschreckte den Bullen - ich weiß nicht, was genau passiert war - jedenfalls sprang er in das Schaufenster des Ladens. Und wir sagen hier zu jemanden, der ungeschickt ist, 'er bewegt sich wie ein Bulle im Porzellanladen'. Und hier hatten wir einen echten Fall vom Bullen im Porzellanladen, und wir schrieben ein Lied darüber. Ich glaube, wir schrieben zuerst nur Lieder, um den Leuten eine Geschichte zu erzählen. Und es war eine natürliche Entwicklung der späten 60er, als das Civil Rights Movement in Nordirland begann, daß wir auch Lieder über die politische Situation schrieben."
Bald fingen sie an, auch in örtlichen Dorfhallen und Pubs zu spielen. Damals waren fünf in der Gruppe: Tommy, Ben, Colum, Anne und Eugene. In den späten 60ern entschlossen sie sich, an der All Ireland Ballad Group Competition in Dublin teilzunehmen, und sie gewannen. Der Preis war, für drei Wochen in New York zu spielen. Sie kamen dort sehr gut an, und wurden bald wieder eingeladen. Sie trafen bei einem Konzert in Boston Hamish Imlach, der ein guter Freund der Family wurde, und der empfahl ihnen, in Deutschland zu touren, denn dort sei die Szene zur Zeit sehr gut. Daraufhin spielten sie auch in Deutschland, sowohl im Westen als auch im Osten (u.a. auf dem Festival des politischen Liedes in Ostberlin).
Das Jahr 1975 war tragisch: Eugene - oder Dino, wie er genannt wurde - kam bei einem Autounfall in Deutschland ums Leben; der Rest der Sands Family war sehr betroffen, keiner wollte mehr touren.
Nach einiger Zeit fingen sie aber wieder an, ab und zu zu touren, allerdings nicht mehr als Full-time Musiker; drei Wochen sind heute in der Regel die längste Tourzeit - Ben: "nach drei Wochen bekommen wir immer Heimweh nach Irland, nach den Familien, danach, das Meer zu sehen..."

1996 war ein erfreulicher Meilenstein der Sands Family: Zum ersten Mal seit 15 Jahren war Anne Sands wieder mit ihren Brüdern auf einer Deutschlandtour. Sie hatte mit Touren aufgehört, weil sie ihren zwei Töchtern soviel Zeit wie möglich geben wollte, solange sie noch sehr jung waren. 1996 meinte sie, daß die Zeit reif wär, um wieder mitzutouren. "Meine Kinder sind keine 'Kinder' mehr, und ich bekam heiße Füße, wieder 'on the road' zu gehen. Und es war großartig, wieder zu touren, alte Freunde von damals wiederzusehen und natürlich auch viel neue Leute und Orte kennenzulernen."
Inzwischen haben alle der Sands Family - Anne, Colum, Tommy und Ben - auch ihre eigenen Familien gegründet. Wird denn nun die Tradition und die Musik auch in die nächste Generation weitergereicht?
Colum: "Ich habe vier Kinder. Sie sind alle interessiert an traditioneller Musik. Es ist etwas wie es bei mir war - ich glaube, zuerst ist alles um sie herum, und sie zeigen kaum Interesse. Und ich will sie bestimmt nicht dazu zwingen, Musik zu machen. Meine Tochter hat angefangen, Piano zu spielen; sie spielt Fiddle und Whistle. Und die Jungens - ich glaube, sie könnten noch Interesse bekommen, aber sie sind sicherlich noch nicht schrecklich interessiert. Aber wenn es ein Konzert gibt, dann kommen sie auch, um es zu sehen. Mal sehen, was passiert."
Annes Kinder sind interessiert in allen möglichen Musikrichtungen inklusive Irish Folk; Eimear lernt Flöte und Sorcha spielt Tin Whistle. Tommys Sohn Fionan spielt Gitarre, und seine Tochter Moya Fiddle und Tin Whistle. Ben erzählt: "Kelly ist - ich glaube 25 oder so, fast so alt wie ich bin, sie spielt Piano, Gitarre und Whistle. Und meine jüngere Tochter, die 17 ist, ist eine sehr gute Musikerin, sie spielt Fiddle und kann fast jedes andere Instrument spielen, das sie spielen will. Meine beiden Töchter sind sehr interessiert daran, die Tradition aufrecht zu erhalten."


folkworld Ausgabe 9 5/99
Mit freundlicher Genehmigungung der Verfasser 

Mehr Infos und Sounds:
www.sandsfamilyfolk.com
myspace.com/sandsfamilyfolk

Am Mittwoch den 16. April 2008 im Saal des Schusterhäusls
Einlass: 19:00   Beginn: 20:00   Eintritt: 19 Euro
Kartenverkauf im Cobbler's Irish Pub ab sofort
Tel 089/89446-159 oder deutschlandweit für 0,09€/Min: 01803/663388-89243