AKTUELL

Juli 2008

Herausgabe der Zeitschrift Bretagne[s] mit der aktuellen Sommerausgabe 11 eingestellt...

von Willi Rodrian Bretagne[s] N° 11, Sommer 2008

Schon mit der Herausgabe der ersten Ausgabe der Zeitschrift war das Magazin Bretagne[s] umstritten und von den anderen bretonischen Zeitschriften und Herausgebern, allen voran ArMen, höchst umstritten und angefeindet.

Grund dafür war die Tatsache, dass Bretagne[s] nur aufgrund hoher Subventionen durch die Region Bretagne beziehungsweise eine komplette Finanzierung aus öffentlichen Mitteln auf den Markt gebracht werden konnte.

Ursprünglich sollte das Magazin aufgrund einer Initiative des Präsidenten des Conseil régional der Bretagne, Jean-Yves Le Drian, in einer kleinen Auflage für ein eingeschränktes Fachpublikum im akademischen Bereich die Diskussion über verschiedene Aspekte der Politik, Wirtschaft und Kultur in der Bretagne unterstützen.
Aber anstatt eine Auflage von einigen 100 Exemplaren zu realisieren, entschieden sich die Herausgeber dafür, eine neue Hochglanzbroschüre mit kartoniertem Umschlag und einer Auflage von ca. 6.000 Exemplaren in den öffentlichen Handel zu bringen.

Dies war jedoch nur möglich aufgrund der Finanzierung durch öffentliche Gelder aus dem Topf des Conseil régional. Bei gerade mal 1.000 verkauften Exemplaren summierte sich der Verlust im Verlauf der erschienenen 11 Ausgaben von Januar 2006 bis zur aktuellen Nummer 11 auf insgesamt 525.000 €. Umgerechnet kostete es ca. 48,00 € (Verkaufspreis: 6,00 €) um ein einzelnes Heft an den Leser zu bringen.

Diese unfaire Subventionspraxis und Konkurrenz wurde von den anderen bretonischen Zeitschriften, allen voran vom Herausgeber des renommierten Magazins ArMen von anfang an heftig kritisiert.
Im Mai 2008 wurde nun die Rechtmässigkeit dieser defizitären und umstrittenen Finanzierungspraxis aufgrund einer Eingabe der politischen Opposition vom Prefäkten der Region überprüft. Dieser kam in einem Schreiben an den Präsidenten der Region, J.-Y. Le Drian, zu dem Schluss, dass die Herausgabepraxis von Bretagne[s] eine illegale Konkurrenz darstellt und gegen die Marktregeln verstößt.

Um eine Anklage und eine offizielle Gerichtsverhandlung zu vermeiden, hat der Präsident deswegen entschieden, dass die Herausgabe der Zeitschrift eingestellt wird.