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Dezember 2001
"Quand le Trégor danse !" - das neue Album von DASTUM Bro Dreger

CD: Quand le Trégor danse ! Pa'vez gwelet Bro-Dreger o tañsal Pa'vez gwelet Bro-Dreger o tañsal - Wenn der Trégor tanzt !

Obwohl der Trégor vor allem als Land der "gwerziou" und "soniou" bekannt ist, versteht man es dort auch sich bodenständigen Vergnügungen zu widmen.
Seit Beginn der 80er Jahre haben die Association Dastum bro-Dreger, das Zentrum Saint-Guénole aus Trévou und einige andere Begeisterte etliche Untersuchungen und Sammlungen auf die Beine gestellt. Ausgangspunkt war das Buch von J.-M. Guilcher ("La tradition populaire de danse en basse-bretagne" und der Versuch, die alte "suite" der Tänze des Trégor, den "dans Tréger", wieder zu beleben.

Angesichts eines zahlreichen und wachsenden Publikums und angesichts der ausgezeichneten Arbeit der Association Dans Tréger aus Plestin fehlte noch ein eine Publikation, die es einem außenstehenden Publikum ermöglichen sollte, die Tänze des Trégor kennenzulernen.
So beschloß Dastum Bro-Dreger die CD Pa´vez gwelet Bro Dreger ... herauszugeben, um die zeitgenössische Bedeutung des Dans Trégor ins Licht zu stellen/bekannt zu machen, ebenso die musikalische Kreativität, welche sie im Trégor hervorbringt. Die CD erschien Anfang November.
Und so sind nicht weniger als 50 Musiker dem Aufruf gefolgt, ihre instrumentelle Fingerfertigkeit sowie ihre Kreativität einzubringen, um dem regionalen Tanz Ausdruck zu verleihen.

Der Trégor ist eine Region der Musiker und Sänger und so haben sich viele bislang weiße Flecken tatsächlich mit kompletten Musikstücken gefüllt, wie zum Beispiel der "quadrille de Locquénole". Es wird vom Schulorchester der Musikschule Trégor gespielt und von Daniel le Féon dirigiert, der es trotz der komplexen Orchestrierung schafft, auf hervorragende Weise Blechinstrumente, diatonisches Akkordeon, Bombardes und Clarinetten zu vereinigigen.
Bernard Lasbleiz demonstriert uns auf ähnliche Weise die Kunst, ungewohnte Instrumente harmonisch zu kombinieren, indem er ein Klarinettenduo, ein Cembalo, ein Violoncello, eine Gesangsstimme und ein Akkordeon zusammenspielen läßt. Diese Vielfalt hinterläßt einen sehr angenehmen Eindruck von echter Würde und Kraft.

Gruppenphoto aller an der CD Quand le Trégor danse ! Pa'vez gwelet Bro-Dreger o tañsal Etwas dynamischer dann die vielversprechende Erstaufnahme der lebhaften "Dérobée de Guingamp" vom BD Swing Orchestra. Es setzt sich zusammen aus 15 jungen Musikern, die aus diversen bekannten Gruppen hervorgegangen sind. Neben dem allem fanden auch traditionellere Kompositionen auf der CD ihren Platz.
Das Klarinetten-Tamburin-Trio Urvoy/Malrieu/Volson präsentiert eine "Suite Trégor" mit Akzenten vom Balkan, die bisweilen an das Klarinettenfestival in Glomel erinnert. Roger Poitevin hat ein "avant-deux" aus dem Trégor neu arrangiert und eine Gruppe von Violonisten stellt uns eine Suite für Paartänze mit ziemlich frivolen Untertönen vor.
Gilles Léhart und Daniel Le Féon, die dieses Jahr den zweiten Platz in Gourin belegt haben, zeigen einmal mehr ihre Virtuosität und ihre tiefe Verbundenheit mit dem Trégor. Zu guter letzt vereinigt das Trio DBB (Cathy Bertrand, Michel Bussière und Olivier Depoix) die drei typischsten Instrumente des Trégor, nämlich die Klarinette, die Violine und das Akkordeon.
Ein Werk also, das in seiner Vielfalt einmalig ist.

Julien Cornic (Übersetzung aus "Musique Bretonne N° 169, November/Dezember 2001)

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