AKTUELL

Mai 2002

Das Konzert der MORE MAIDS am 13.April im Cobbler's Irish Pub in Germering

Das Stammpublikum im Cobbler's Irish Pub, begeistert von den MORE MAIDS aus dem Rheinland
Deutsche Gruppen, die irische Musik spielen, sind nicht gerade selten.
Eine rein weibliche Band jedoch, die seit mittlerweile fast acht Jahren besten "irish folk" mit zeitgenössischen Anklängen spielt, das stellt durchaus etwas besonderes dar.

Und etwas besonderes hatten die drei jungen Damen dem Publikum im Cobbler's Irish Pub in Germering bei München bei ihrem mitreißenden Konzert Mitte April durchaus.

Seit der Gründung der Band durch Marion Fluck im Jahr 1994 gab es einiges an Veränderungen und Umbesetzungen, aber "zu dritt - seit 98, das geht gut, das geht sogar noch besser als zu viert". Marion Fluck, die Frau der ersten Stunde der MORE MAIDS

Gemeinsam mit Barbara Steinort und Gudrun Walther, die auch für das Management der Gruppe verantwortlich ist (und für die super Homepage: ....) hat Marion die MORE MAIDS mittlerweile zu einer professionellen Musikgruppe entwickelt, die weder musikalisch noch mit ihrer Bühnenperformance den Vergleich mit irgendeiner anderen Irish Folk Band scheuen müssen.

Auf ihrer letzten CD "Mary is too busy... too busy to marry" (2000) zeigen die drei Musikerinnen auch, dass sie gerade musikalisch ihre eigenen Wege gehen. Hier wird nichts einfach nur nachgespielt oder simpel interpretiert. Die MORE MAIDS haben in den vergangenen Jahren ihren ganz eigenen Stil gefunden und so fügte sich das Konzert der Gruppe aus dem Rheinland problemlos in das internationale Programm der aktuellen Konzertsaison im Cobbler's ein.

"Wir spielen doch nichts, was wir nicht mögen" - das war die Antwort auf die Frage nach ihrem Repertoire und das merkte man auch stimmungsmäßig im Verlauf des Auftrittes. Man merkte Gudrun, Marion und Barbara an, dass sie mit ihrer Musik professionell seit Jahren unterwegs sind ("neben Deutschland haben wir die meisten Gigs in Österreich - wir spielen aber auch in Holland, Italien, England, Luxemburg,...").

die MORE MAIDS in Aktion Und es macht viel Spaß, so ein Konzert mit den MORE MAIDS. Unterhaltsam sind sie, die drei Musikerinnen. Da wird so manche Anekdote zum besten gegeben im Laufe des Abends und die Musik, die wird so ganz nebenbei "dargereicht" - aber wie ! Vor allem Gudrun an der Geige outet sich sofort und hemmungslos als Vollblutmusikerin, die auf der Bühne auflebt und sich von ihrer Musik mitreißen lässt - und das reißt natürlich auch sofort das Publikum mit.

Besonders deutlich wird das bei dem dynamischen Titel "Angry" der auch auf der letzten CD enthalten ist... Gudrun kündigt dieses Stück an als den Titel, bei dem sie gerne ihre Wut oder sonstige Emotionen herauslassen kann - das ging dann auch schon mal auf Kosten eines Hallgerätes.

Gudrun Walter: Gesang, Fiddle und diatonisches Akkorden - und viel Begeisterung
Und so verging dieser Abend sehr kurzweilig mit hervorragender Musik und Geschichten wie der von der Überfahrt nach Schottland, "bei der wir den stärksten Sturm seit 60 Jahren miterlebten... ein Titanic-feeling machte sich breit".

So kurzweilig, dass die Pause viel zu schnell da war. Allerdings waren die drei auch während der Pause (bei obligatorischen CD-Verkauf) sehr präsent und gut im Gespräch mit ihrem Publikum, das ihre Musik ganz offensichtlich schon gut kannte und teilweise von weit her gekommen war, um die MORE MAIDS mitzuerleben.

Nach der Pause ging es dann munter weiter mit dem "Jig of Life und dem wunderbaren "Closer to fine" und so allmählich wurde das Publikum richtig munter. Der stimmungsmäßige Höhepunkt war dann wohl erreicht, als sich einig junge Leute aus dem Publikum als Mitglieder einer Irish Dance Company zu erkennen gaben und ungeachtet des wenigen vorhandenen Raumes begeistert ihre Tanzkünste demonstrierten.

Barbara Steinort: Gitarre und Bouzouki - konzentriert und immer ein Lächeln für das Publikum
Sehr schöne, langsamere Balladen mit ausgefeilten Gesangspassagen wechselten mit munteren Melodien, die das Publikum immer heftiger zum Mitwippen animierten und dann kam noch die Geschichte von "Susanna Martin", das Lied über eine Hexe, "bei dem regelmäßig die irgendwelche Katastrophen geschehen. Der Strom bricht zusammen, Geräte versagen..." aber nachdem das Hallgerät bereits beim Soundcheck seinen Geist aufgegeben hatte, schien der übliche Tribut bereits entrichtet und alles ging gut.

Die MORE MAIDS waren mit viel unübersehbarem Spaß bei der Sache und nicht einen Augenblick kam hier das Gefühl auf, dass eine Konzertroutine heruntergespielt wird. Im Gegenteil, mit einer Menge Charme, wie ihn wohl nur Frauen auf die Bühne bringen, waren die Musikerinnen permanent im Kontakt mit ihrem Publikum.

Nach dem Motto "Raum zum tanzen ist auch in der kleinsten Hütte" ließen es sich die Tänzer dann auch nicht beirren und traten bei der ersten Zugabe unverdrossen noch einmal in Aktion.
Als zweite Zugabe gab's dann noch eine "Suite of Jigs" ("Euch gefällt's hier, oder !) und als dritte Zugabe zeigten die MORE MAIDS dann ihre gesanglichen Qualitäten pur mit einem jazzigen a capella gesungenen Titel. Auch zu einer vierten Zugabe ließen sich die MORE MAIDS noch herbeiklatschen und dann war's vorbei - leider.

Ein gelungener Abend mit einer Gruppe, die wir hier in und um München hoffentlich noch häufiger zu sehen und zu hören bekommen werden !