AKTUELL

Januar 2003
Die Burning Biscuit Band, eine Garantie für gute Laune und gute Musik

Die Burning Biscuit Band, Spaß auf und vor der Bühne garantiert Spannende, lebendige und energiegeladene Musik eines in München ansässigen multinationalen Quintetts.
Die erstaunliche stilistische Bandbreite der "Brennenden Kekse" ergibt sich aus den unterschiedlichen musikalischen Einflüssen der verschiedenen Bandmitglieder, die - wie bei Gitarrist und Melodeonspieler Paul Richards - zwischen Abba und Zydeco rangieren. Zwischen traditionellen keltischen und englischen Times, Bluegrass, Jazz, Rock und Pop geht die Post gewaltig ab.

Die Briten Paul Richards und Suzanne Booth (vocals, guitar) der Ire Colm O'Tuama und der deutsche Geiger Klaus Lamac überzeugen mit phantasievollem und authentischem Spiel, Charme und einer gehörigen Portion Frechheit.
Spielerisch und unangestrengt verbinden sie so gegensätzliche Titel wie den Reel "Silver Spear", die alte Swing-Nummer "The Lady is a tramp", einen bretonischen Csardàsz oder Annie Lennox' "Love is a stranger" zu einer sehr selbständigen Mixtur.
Hinzu kommen eine Reihe hörenswerter Eigenkompositionen aus der Feder verschiedener Bandmitglieder.
Ein originelles Debüt einer abgefahrenen Truppe, der ich ein größeres Publikum wünsche.

Soweit Anne-D. Marcordes im FOLKER!, dem Magazin für Folk, Lied und Weltmusik in der September/Oktober-Ausgabe 2002.


Drei der 'brennenden Kekse' voll beim swingen (v.l.n.r.): Suzanne Booth, Jim Klopfenstein und Colm O'Tua Und was das Quintet am vergangenen 18. Januar im Cobbler's Irish Pub live dargeboten hat, das bestätigte die positivsten Erwartungen eines Publikums, das zahlreich aus allen Richtungen angereist war, um die "brennenden Kekse" live erleben zu können.

"Einmal Musikgeschichte à la irlandaise, bitteschön..."

"...später ist das Tanzen dann nicht verboten" und "klatscht nicht zu früh..." - eine gute Portion Humor, dazu auch mal der passende Zynismus und eine Menge Spaß mit guter Musik.... das Ist die Burning Biscuit Band live, so wie sie am 18. Januar im Cobbler's Irish Pub zu sehen und zu hören war.

Die Burning Biscuit Band bietet in erster Linie mitreißende Musik und eine gute Portion Unterhaltung zwischendrin und nebenbei.

Mit von der Partie bei diesem lebhaften Quintett: Der Ire Colm O'Tuama (diverse Flöten) "from the drinking county", der wohl in grauen Vorzeiten auch schon mit der Gruppe "Fairy Tale" Musikgeschichte geschrieben hat (wer darüber näheres wissen möchte, der sollte mal in unser Cobbler's Portrait vom vergangenen Jahr reinlesen).

Dann natürlich die an stimmlichem Einsatz und Lebhaftigkeit kaum zu überbietende Frontfrau Suzanne Booth (Gesang & Gitarre). "What a woman and what a singer!" - ich schließe mich dem Text der Selbstdarstellung an dieser Stelle vorbehaltlos an. Bei ihr wird die Stimme zum Instrument, das bei jedem Stück, von Folk über Jazz, Blues und Rock immer den richtigen Ton trifft.
'What a woman, what a singer!' - Suzanne Booth Im Hintergrund der amerikanische "ghostrider": Jim Klopfenstein am Kontrabaß, den er mit solcher Leidenschaft bearbeitete, dass ich jeden Moment erwartet habe, dass er ihn wie einen wilden Mustang gleich einmal rund durch den Saal reitet.

Ebenfalls gebürtiger Brite wie Suzanne Booth ist der Sänger und Multiinstrumentalist der Gruppe Paul Richards (Gitarre, Mandoline und Melodeon). Er schreibt, textet und arrangiert und war wohl für die Gründung der Gruppe mit verantwortlich.

Bleibt zum Ende dieser kurzen Band-Präsentation noch der einzige deutsche Musiker der Burning Biscuit Band: Klaus Lamac, der auf seiner 5 string electric violin (toll anzuschauen !) ein wahrhaft virtuoses Feuerwerk entfacht.

Also viele "strings" und dazu die tolle Stimme von Suzanne Booth. Und es dauert nicht lange, da wird den Zuhörern, die die Band noch nicht kennen, die musikalische Vielfalt der "brennenden Kekse" klar. Irgendwo zwischen schmissigen irischen Traditionals und à la irlandaise arrangierten Titeln von Jazz bis Rock hat sich diese Band ein Repertoire erarbeitet, das dem Publikum immer wieder erstaunten Beifall entlockt.

Jim rides his double bass... Im ersten Set beispielsweise die munter swingende Version des Klassikers "I can't give you anything but love". Die Zuhörer steigen sofort mit ein, klatschen mit und während Klaus seinen Bogen nur so über die Geige tanzen lässt leistet Jim am Baß echtes "body work".

Danach ein bisschen Blues mit Suzanne, der "Röhre"! Kurz darauf schickt sie ihre männlichen Band-Kollegen eben mal schnell von der Bühne (die sich inzwischen neben der Bühne um ihre Flaschen versammeln - "...but this song isn't on the list") und singt solo "ein irisches Lied von Männern und Frauen".
Paul Richards, ein Musiker, dem es sichtlich Spaß macht, auf der Bühne zu stehen - oder wieviel Bier haben wir heute schon getrunken ? Für die Polka aus Südengland stehen danach sofort alle wieder auf der Bühne und Richard schnallt sich sein Akkordeon-Melodeon um. Jetzt kommen einige Titel, die er selber komponiert hat: Polkas, ein Walzer und er singt nun auch gemeinsam mit Suzanne.... während Jim im Hintergrund mal wieder seinen großen Baß förmlich über die Bühne reitet.

Zwischendurch dann auch mal das ein oder andere Stück, dass eher verhalten und ruhig ist. Dann kommt Colms Flötenspiel auf der hölzernen irischen Querflöte besonders gut zur Geltung ... das sich aber kurz darauf zu einem furiosen Czardasz steigert und (hey-hey-hey) alle mitreißt.

Und dann kommt eines der wohl originellsten Stücke der Gruppe: Donna Summers "Hot Stuff" auf irisch arrangiert - jetzt zeigt Suzanne erst so richtig, was sie stimmlich drauf hat.
Wenig später noch so ein mitreißendes Arrangement eines guten, alten Evergreens: "Sweet Georgia Brown" - jeder kann jetzt mal bei einem Solo kräftig loslegen und vor allem der Baß: "...look out for Jim...!".

Klaus Lamac, der deutsche 'Teufelsgeiger'... Nach der Pause, die uns wie immer die Möglichkeit bietet, uns mit CDs, neuen Getränken und Speisen zu versorgen, geht's dann im selben Stil weiter, aber nun muß Britney Spears dran glauben: "Baby one more time" lautet die Devise - und das auf der irischen Querflöte. Popmusik einmal ganz anders.

So arbeiten sich die 5 "brennenden Kekse" munter und unbeschwert weiter durch die jüngere und ältere Musikgeschichte mit Titeln wie "Trouble", "The lady is a tramp" oder auch mal was von Chuck Berry (Chuck O'Berry auf irisch).

...und Colm O'Tua, der irische whistler Zwischendurch natürlich auch immer wieder was irisches - mehr oder weniger traditional, aber dafür um so lustiger: "...down in the valley'o" zum Beispiel. Ein Zungenbrecher in der Art unseres "Drunt in der grünen Au".

Und so vergeht der Abend im Cobbler's einmal mehr viel zu schnell. Schon geht es in die Zugabe, die ganz unprätentiös daher kommen: "Wir sparen uns den ganzen Scheiß mit die Bühne zu verlassen und so.Aber das ist jetzt wirklich das letzte Lied!" sagen sie. Aber so einfach ist das alles dann doch nicht. Es gibt noch eine Zugabe und noch eine... und schließlich irgendwann einmal endet der Abend, wie sollte es bei dieser Truppe anders sein, mit einem wilden irischen "Hey Joe". Ihr wisst schon... Jimmy Hendrix und so.

Photos und Bericht: W. Rodrian, 2003

Discographie:

THE BURNING BISCUIT BAND: Mere Morsels (Whoope Records) 13 Tracks, 58:39

Kontakt und Infos:

Tel: 089 - 83 42 299
Mobil: 0173 - 9139218
e-mail: hectorgubbins@t-online.de
Internet: www.burningbiscuit.com