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NEUES SCHIFFSUNGLÜCK VOR DER NORDFRANZÖSISCHEN KÜSTE
Photo: Marine Nationale/Le Télégramme
Untergang der Ievoly Sun, Karte 19 Kilometer nördlich der Kanalinsel Alderney sank am 30.Oktober der italienische Chemietanker "Ievoly Sun". Der 108 Meter lange Tanker hatte ca. 6.000 Tonnen Chemikalien an Bord (4.000 Tonnen davon das hochgiftige Styrol).
Das elf Jahre alte Schiff, das unter anderem im Auftrag des Erdölkonzerns Shell Chemicals unterwegs war, havarierte in dem starken Sturm, der mit bis zu 176 Kilometern in der Stunde durch den Ärmelkanal wütete.
Die Chemikalien, die sich an Bord des gesunkenen Schiffes befinden, drohen die Küsten der Bretagne und der Normandie zu verseuchen. Es sind bereits erste Chemikalienteppiche ausgetretenen Styrols und Diesels gesichtet worden.
Da das Wrack in 70 Meter Tiefe liegt, können die Giftstoffe nur mit Robotern geborgen werden. Überdies sank der Tanker in der Nähe des 160 Meter tiefen Casquets-Graben, in dem nach offizieller Bestätigung seit Jahren "radioaktive Fässer und Munition" versenkt worden seien.

Erst vor 10 Monaten, Ende Dezember 1999 verursachte der Untergang des Öltankers "Erika" vor der süddbretonischen Atlantikküste eine Ölpest von enormen Ausmaßen.
Die ofiziellen Krisenstäbe in Cherbourg haben vorerst Entwarnung gegeben, da bislang in der Sperrzone keine Vergiftungserscheinungen festgestellt werden konnten. Greenpeace warnt jedoch vor einer frühzeitigen Verharmlosung.