MUSIK AUS ALLER WELT

CD-Besprechung
Anspieltips: 1, 3, 8

Coriandre
"Se léva lo vent..."



www.coriandre.info









L'Autre Distribution, 2008

MUSIKER

Denis Galvier : flûtes, hautbois du Languedoc, chalémie, tuba alto, chant - Philippe Puygrenier : vielles à roue, epinette, cornemuses, chant - Julien Regi : guitare, basse percussions, chant - Vivian Péres : batterie, percussions, choeurs

TITEL

1. La filha del prat 3:25 - 2. Borreia de Danisson 3:27 - 3. La Grava de Bordèu 4:44 - 4. Coriandre 3:57 - 5. Bèla Vista de Galapagar 5:27 - 6. La Pluèja 3:58 - 7. Scottish A Gozar 4:51 - 8. Si on se Cache 5:12 - 9. Plora la Magdalena 5:00 - 10. Oued 3:13 - 11. Partanca 4:10 - 12. Solidaritat 3:38

„Es erhebt sich der Wind…“ und die munteren vier Musiker der occitanischen Gruppe Coriandre machen sich auf den Weg, neue musikalische Ufer zu entdecken. Gelandet sind sie bei ihrer Reise irgendwo zwischen Tradition und Mittelalter, kritischem Lied und modernen Arrangements.

Vor allem die occitanische Variante der Doppelblatt-Oboe „hautebois du Languedoc“ hat es in sich und verleiht dem Sound von Coriandre einen archaischen und ganz eigenen Touch. Der Klang erinnert an die bretonische Bombarde, allerdings ist die Spielweise eine ganz andere. Und was der Dudelsack in der keltischen Bretagne ist, das ist die Drehleier im Languedoc.
Aufregende Musik machen sie und eine sehr abwechslungsreiche, spannende CD haben sie mit „Se léva lo vent…“ produziert. Mittelalterliche Klänge werden vermischt mit interessantem, mehrstimmigem Gesang, die Arrangements schaffen Atmosphäre und wenn es mal allzu traditionell klingt, dann schlagen E-Gitarre und Schlagzeug zu und rufen einen ganz schnell in die Gegenwart zurück. Hier mal mit einer Prise Reggae, dort mehr Rock’n Roll, aber immer scheint die heiße Sonne des französischen Süden durch.
Gesungen wird in der Regionalsprache Occitanisch, auch bei den Tänzen und die Texte finden sich alles im Beiheft (auf Englisch, Französisch und Occitanisch).
Eingängige Melodien werden mit viel Tempo und Druck vorgetragen und bei dem Instrumentalstück „Coriandre“ erinnert die Flöte dann auch stark an Jethro Tull. Bis auf die ersten beiden Titel des Albums spielen die vier Occitanier aus dem Languedoc ausschließlich Tänze und entsprechend geht auch diese CD in die Beine. Wenn Coriandre live genauso gut sind wie auf dieser CD, dann aber hallo!


W.R. (Erstveröffentlichung in Folkmagazin N° 278)

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