BRETONISCHE MUSIK

CD-Besprechung Melaine Favennec: Hey ! Ho !

Anspieltips: 3, 6, 10

Melaine Favennec
"Hey ! Ho !"



www.coop-breizh.com

 

 

 




Coop Breizh, 2005

Musiker

Melaine Favennec: giutare acoustique, chant, violon, harmonica - Gérard Delahaye: guitare acoustique et électrique, violon, basse - Véronique Briel: piano - Dominique Molard: percussions

Titel

1. Trois notes à mon piano 4:05 - 2. Le plus bel âge 2:59 - 3. Setu 3:30 - 4. La rose des vents 2:24 - 5. Mon pays 3:35 - 6. Brest m'aime 4:29 - 7. Je taille ma haie 3:34 - 8. Calendrier des jours 3:31 - 9. Les trois cavaliers 3:13 - 10. L'âge des nuages 2:35 - 11. Hey ! Ho ! 3:31 - 12. Mona l'Yseult 4:00 - 13. L'Île de Batz 4:13

(total: 45:59)

Lieder singen und Geschichten erzählen - dass es bei Melaine Favennec genau darum geht, das macht schon das Booklet seiner neuen CD "Hey ! Ho !" auf den ersten Blick deutlich.
Die Illustrationen seines Freundes François Borgeon, dem Autor und Zeichner von Kultcomics wie "Les passages du vent", die dieser eigens für die CD geschaffen hat, stehen für den persönlichen, sehr intimen Charakter des Albums.

Da sehen wir Melaine Favennec auf dem Front-Cover träumend, die kleinen Zeichnungen verbildlichen auf geniale Weise die Titel wie "Les trois cavaliers" oder "La rose des vents" und auf der Rückseite der CD-Hülle zieht M. Favennec als einsamer Held, einem myhische Cowboy gleich dem Horizont entgegen, die Gitarre über seiner Schulter.

Die Illustrationen rufen Assoziationen hervor und machen neugierig.

Und diese Neugier wird nicht enttäuscht. irgendwo zwischen Lied, Chanson und Ballade bewegt sich Melaine Favennec, Urgestein der bretonischen Musikszene und Mitglied des Trios "Ewen, Delahaye, Favennec", das 2003 das gemeinsame Album "Kan Tri" eingespielt hatte, auf dem jeder der drei Musiker eigene Kompositionen enbrachte. Einer der Titel findet sich nun auch auf dem neuen Soloalbum von M. Favennec wieder: L'Île de Batz".

L'Īle de Batz
Je ne suis pas dans la lune
Non, je suis dans l'île
Dans l'île était une fois
Dans l'île de Batz

4 Minuten romantische, leicht wehmütige Reflektion über das Thema der Verwurzelung und der Sehnsucht nach Heimat. Das Lied dieser Reise auf die Inselund der Refrain sind schon lange Kult und jeder Besucher der Konzerte von Favennec oder dem Tio kann ihn auswendig mitsingen.

"Warum das Glück woanders suchen, wenn es so nahe liegt, auf der île de Batz, wo man die Idylle finden kann ?" Aber - so die Idee der kleine histoire, die Menschen tun sich eben nicht leicht, sich auf das einfache und nahe liegende zu besinnen.Calendrier des jours

Melaine Favennec, ein Moralist der Glückseligkeit ?

Nein, wohl eher jemand, der in seinen Liedern und in seinem Vortrag die persönliche Betroffenheit spiegelt, die seinen Texten innewohnt. "Trois notes à mon piano", das erzählt von der Besinnung auf das Wesentliche, auf das was bleibt am Ende des Tages, "Le plus bel âge" ist eine zurückgelehnte Hymne auf die Schönheit der Jugend, die das Alter in aller Ruhe zu würdigen weiß und mein persönliches Lieblingsstück auf der CD "Setu" (ein 'bal plinn' ) besingt auf bretonisch die Elemente: Wasser, Feuer, Erde...alles was man letzten Ende braucht.


Melaine Favennec singt mit der für ihn typischen, einfachen Melodramatik vom Leben, von seinem Land "Mon pays", das für ihn das Universum verkörpert, vom Himmel, von den Steinen, von der Sprache, vom Wald und vom Tanz, der uns Flügel verleiht.

Er singt den Blues von Brest, dem Tor zur Welt, der großen Stadt im Wind, von seiner Freundschaft zu Francois Bourgeon und vom Alter der Wolken in einer Komposition von Hervé Lesvenan: "L'âge des nuages" und mit "Hey ! Ho !" schließlich bezieht er sich auf die alte, universelle Philosophie der keltischen Barden...

Ein besinnliches Album in den Texten, das gleichzeitig abwechslungsreiche und hörenswerte Arrangements bietet, niemals langweilig wird - ein Album das in keiner Bretagne-Sammlung fehlen sollte.

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