BRETONISCHE MUSIK

Dremmwel: Glazik
Anspieltips:
2, 6, 9 und 13

DREMMWEL
"GLAZIK"






 

 

 

 

 


Coop Breizh, 2001

MUSIKER

Daniel Cadioù: guitare - Marin Lhopteau: harpe celtique - Dominique Le Guichaoua: accordéon diatonique, binioù - René Marchand: bombardes, piston, veuze

GÄSTE


Raphaël Droual: percussions - Louise Ebrel: chant - Jean Le Floc'h: clarinette - Julien Le Vu: percussions - Maeil Lhopiteau: harpe celtique - André Losquin: trompette, buggle - Pierrick Tardivel: contrebasse - Polig Montjarret: à propos de "An abad madeg"

TITEL


1. A-hed stêr 4:08 - 2. Novezh ifern 3:44 -3. Sizorn 0:40 - 4. An abad madeg 4:17 - 5. Mestr an dañs 4:39 - 6. Au nord de l'ouest 6:43 - 7. Danse avec les chats 3:43 - 8. Miltamm 3:49 - 9.-11. "BUTUN GLAS"/Suite Fisel: 9. Ton kentañ 3:30 - 10. Bal 1:30 - 11. Ton diwezhan 2:29 - 12. Tu Kemper (Gavottes Glazik) 3:41 - 13. Lament for Jeff Le Penven/Peblez Keloù 5:57

(total: 55:04)

Fünf Jahre nach ihrem ersten Album "Heol-Loar", das bei weitem nicht die ihm gebührende Aufmerksamkeit gewinnen konnte, veröffentlicht die Gruppe DREMMWEL aus Quimper nun endlich ihre zweite CD, die bei Coop Breizh vertrieben wird.
Dieses Album ist quasi der soundtrack zum 15-jährigen Jubiläum der Gruppe. Am 28.April (2001) feierte die Gruppe gemeinsam mit vielen Gästen (Bagad Brieg, Serge Riou & Hervé Irvoas, Louise Ebrel,...) das Jubiläum in Quimper und stellte bei dieser Gelegenheit das neue Album vor.

Wie schon auf der ersten CD zeigen Dremmwel, daß sie sich immer an der musikalischen Tradition orientieren, bisweilen klingt das dann auch sehr herb und rustikal. Mit "Glazik" jedoch öffnen sich Dremmwel nun auch anderen Einflüssen und Gastmusikern: die Trompete von André Losquin, der Gesang von Louise Ebrel, die Klarinette von Jean Le Floc'h. Die keltische Harfe ist auf diesem Album allgegenwärtig.

Die musikalischen Eindrücke sind vielfältig: mit den sparsam aber effektiv eingestreuten Bläserparts erinnert das manchmal an Haindling und vier Stücke später klingt es ganz jazzig, ganz nach Miles Davis. Aber immer wieder die pure Tradition: Dremmwel entwickeln ihre Stücke ganz puristisch aus eigener Recherche und Eigenkompositionen. Und sie sind stolz auf ihre langjährigen Wurzeln. So kommt die große "graue Eminenz" Polig Montjarret persönlich zu Wort (track 3: SIZORN): in einem kurzen Auszug aus einem Interview, das 99 bei "Ar Bed Keltiek" in Quimper aufgenommen wurde, kommentiert er das folgende Stück "An Abad Madeg", das er selber 1951 recherchiert hat.

Bei "Mestr an dañs" überkamen mich wehmütige Erinnerungen und der Eindruck: so hätte Stivell damals wohl geklungen, wenn er statt der E-Gitarre eine Bombarde eingesetzt hätte. Der Blues, der Jazz, ein "scottish" mit einfachem, aber eigenwilligem Arrangement und zum Schluß das via Schootland wiederentdeckte "Lament for Jef Le Penven", das Polig Montjarret irgendwann einmal damals auf einem Papiertischtuch notierte.

Aber alle Stücke - so vielfältig sie in Instrumentierung, Stil und Arrangement auch sein mögen - alle Stücke klingen nach Dremmwel. Die Gruppe hat sich entwickelt und geöffnet... und wird immer interessanter. Meine Empfehlung!