BRETONISCHE MUSIK

Régis Huiban: Sans-sommeil
Anspieltip: alle !

RÉGIS HUIBAN
"SANS-SOMMEIL"


www.regishuiban.com










 

 

Coop Breizh/
Avel Ouest, 2005

MUSIKER

Régis Huiban: accordéon, voix - Philippe Gloaguen: guitare - Julien Le Mentc: contrebasse - Loic Larnicol: batterie

GÄSTE

Frédéric Lemaire: trompette - Bruno Thiery: saxophone ténor - François Caignec: trombone

TITEL

1. Naître 4:13 - 2. Menez (version quartet) 4:10 - 3. Lili 4:32 - 4. Danse du loup 3:57 - 5. Sans-sommeil 10:43 - 6. Swingavotte - La gavotte du genre 3:23 - 7. Chanson pour les marins perdus en mer 4:59 - 8. L'armoire mystérieuse 3:46 - 9. Menez (version septet) 3:23

(total: 43:45)

Eine selten gelungen Kommunion von Jazz und traditioneller Musik würde ich das nennen und auf meiner persönlichen Bestenliste für 2005 rangiert dieses Album bereits jetzt schon ganz oben unter den Top 5!

Bisher hat sich Régis Huiban immer ganz unscheinbar im Hintergrund gehalten, obwohl er in der bretonischen Musikszene seit Jahren nicht gerade ein Unbekannter ist. vor über 10 Jahre, 1994 schlug er die professionelle Musikerlaufbahn ein und spielt(e) in den 90er Jahren bereits bei der Gruppe Tan Ban Ti. Während er schon als Musiker aktiv ist, nimmt er sich immer wieder nebenbei Zeit für seine Musikstudien, beschäftigt sich mit Improvisation und kommt mit dem Jazz in Berührung.

1997 kommt es zur Begegnung mit Roland Becker. Die Zusammenarbeit mit Becker, der gerade in der Crossover-Zone zwischen Traditoin und Moderne, zwischen Trad und Jazz seit den 70er Jahre konsequent seine eigenen Projekte realisiert, ist bestimmend für Huibans weitere Entwicklung. Nach gemeinsamen Projekten wie dem Duo KOF A KOF (Saxophon & Akkordeon = swingender bretonischer Tanz-Jazz) und der Zusammenarbeit bei und für "Monsieur Kerbec et ses belouzes" präsentiert Régis Huiban nun ein Album, das von überraschender Qualität ist und für mich einen der bislang besten Ansätze darstellt, Jazz und bretonische Musik miteinander zu verbinden.

Frischer Jazz im klassischen Gewand von hoher Qualität und immer wieder humorvolle und gut integrierte Ausflüge in die heimatliche Region. "Schalflos" ist der Titel der CD. Das weckt zahlreiche Assoziationen: der Jazzkeller und ein langer Morgenspaziergang im Wind der bretonischen Küste nach schlaflos durchgemachter Nacht...

Gemeinsam mit den geladenen Gästen hat Régis Huiban sein Quartet für die Plattenaufnahmen teilweise zum Septet aufgestockt und das verschafft den ohnehin schon glänzend arrangierten Kompositionen eine einzigartige Klangfülle. Dichter Sound und noch dichtere Athmosphäre.

Empfehlenswert sind meiner Meinung nach so gut wie alle Titel der CD und man sollte sich Zeit nehmen. Das ist keine Wegwerfmusik, die Mainstreamgeschmäcker bis morgen früh befriedigt.

Alleine schon die Spannung, die mit dem langsamen Einstieg in den ersten Titel "Naître" aufgebaut wird und sich dann schließlich in wohlige Entspannung auflöst - ein Meisterwerk !

Und immer wieder die Bretagne, mal findet sie sich im Rhythmus ein, dann wieder in der Melodie oder wie beim über 10 Minuten langen Titelstück "Sans-sommeil" in bretonischsprachigen Einsprengseln...

Aber wie gesagt: anhören - und viel Zeit mitbringen. Dieses Album hört man einmal in Ruhe, dann ein zweites Mal,....