BRETONISCHE MUSIK

CD-Cover Tri Yann: Le Pélégrin
Anspieltip: 1

TRI YANN
"LE PÉLÉGRIN"






















 

 

Merzelle/Globe Music, 2001

MUSIKER

Freddy Bourgeois: piano, clavier, choeurs - Jean-Luc Chevalier: guitares acoustiques et électriques, basse - Jean Chocun: mandoline, banjo, choeurs - Jean-Paul Corbineau: vocal - Gerard Goron: batterie, percussions, mandoloncelle, dulcimer, choeurs - Jean-Louis Jossic: vocal, cromorne, bombarde, chalémie, psaltérion - Konan Mevel: cornemuse, veuze, sourdeline, flûtes, percussions, choeurs - Christophe Peloil: violon, alto, mandoloncelle, basse fretless, choeurs

GÄSTE:

Belunwenn: vocal sur 1, choeurs - Boniface Dagry: congas, djembé - Gurvan Mevel: caisses claires écossaises - Rémy Pailler: flûtes baroques - Maud Caron/Pierrick Lemou, Etienne Tabourier, Christophe Peloil: Quatuor Troellenn

TITEL


1. I Rim Bo Ro - 2. Je m'en vas - 3. Le chasseur de temps - 4. Keenan's Pub - 5. Les filles d'Irlande - 6. La geste de Sarajevo - 7. Korantenig - 8. Fransozig - 9. Maïawela - 10. Buvons vin de Glisson - 11. Gwerz Porsal - 12. L'ULM merveilleux - 13. De nivôse en frimaire - 14. À matine à la télé - 15. Kas-abarh en Okitania - 16. Dansons la Līlistériole - 17. L'arrivée à Gompostelle

(total: 68:23)

Seit 5 Jahren gab es jetzt schon keine Neuigkeiten mehr von Tri Yann. Wenn man von dem "Best of ... - Tri Yann goes orchestral" Album "Tri Yann et l'Orchestre National des Pays de la Loire" von 1998 einmal absieht, dann war "Portraits" (1995) tatsächlich ihre letzte Produktion.

"Der Pilger" haben sie ihre neue CD genannt und dieser Titel steht programmatisch sowohl für die Musik wie für den Inhalt. Eine (musikalische) Reise quer durch Europa: Ian Angus, ein Schäfer auf der Hebriden Insel Lewis, beschließt sich auf die Pilgerschaft zu begeben und macht sich auf den Weg quer durch Europa nach Compostella.

Zeitlich läßt sich diese Reise nicht einordnen. Wie die Musik, die von traditionellem Gesang der Isle of Lewis (kaum mehr als Tri Yann zu identifizieren) über mittelalterliche Klänge, irische Reels und Chansons bis hin zu einer Variation von "Eliz Iza" (das "Enez Eusa" von Didier Squiban und Yann-Fañch Kemener) reicht, so wird Ian Angus zum "chasseur de temps".

In der Bretagne angekommen, hört er die Geschichte eines französischen Blauhelm-Soldaten, der als Angehöriger der UNO in Sarajewo war ("La geste de Sarajewo"). In Portsall schließlich wird er mit der traurigen Geschichte der Schiffsunglücke vor der bretonischen Küste konfrontiert("Gwerz Porsal" - dort havarierte 1978 die Amoco Cadiz).
Auf seinem Weg in den Süden begegnet er unter anderem ("A matine à la télé") einem Reklame- und Fernsehsüchtigen Zeit(?)genossen, bis es dann so allmählich via Okzitanien (immer begleitet von mehr oder weniger regionaltypischen Melodien und Rhytmen) schließlich nach Compostella gelangt.

So wie schon auf dem 95-er Album "Portraits" nutzen Tri Yann den konzeptuellen Rahmen einer Geschichte der Geschichten, um ihre Meinung(en) kundzutun. Hörenswert und äußerst interessant, wenn man sich auf die Geschichten einläßt!