BRETONISCHE MUSIK

Didier Squiban: Tournée des chapelles

Anspieltips: 1, 6, 12

DIDIER SQUIBAN
"TOURNÉE DES CHAPELLES"


www.loz-production.com

 

 



L'OZ Production, 2005

MUSIKER

Didier Squiban: piano

TITEL

1. Tal ar mor 4:59 - 2. Suite N1 9:21 - 3. Johanna 5:12 - 4. Suite N2 9:11 - 5. Woman of Ireland 4:41 - 6. Diskan 2:10 - 7. Tri men 4:17 - 8. Suite N3 4:49 - 9. Suite N4 7:03 - 10. Suite N 5 5:52 - 11. Variations sur deux cantiques bretons 6:16 - 12. Chanjet des en amzer 7:30

(total: 71:33)

Didier Squiban hat wieder zugeschlagen, vielmehr seine unermüdlichen Produzenten bei L'Oz Production. Obwohl er seine Veröffentlichungsfrequenz der vergangenen Jahre von zwei CDs pro Jahr nicht mehr erreicht, bleibt er doch einer der bretonischen Musiker, die den Markt mit einer wahren Veröffentlichungsschwemme überziehen.

Gedacht ist das sicher als eine Art Werk-Dokumentation à la Keith Jarret (die einschlägige Presse und sein Management lassen ja auch keine Gelegenheit vergehen, ihn als den "bretonischen Keith Jarret" anzupreisen). Allerdings läßt sich doch die Frage stellen, ob die Werke und Improvisationen von Didier Sqiuban genug hergeben, um diesem Ruf gerecht zu werden.

Nichts desto trotz sei neidlos angemerkt, dass Squiban zu den bretonischen Künstlern gehört, die regelmäßig Auftritte im Ausland haben und dort bretonische Kultur und Musik vertreten. Das gelingt bislang noch nicht vielen einschlägigen Musikern.

Was aber bietet nun diese "neue", mal wieder live aufgezeichnete CD von Squiban. Jedes Jahr kann man den Pianisten seit einiger Zeit in der Bretagne bei der sogenannten "Tournée des chapelles" sehen und hören. Das heißt, dass er wähend der Sommersaison in diversen ausgewählten Kirchen und Kapellen seiner Heimt solo auftritt.

Und dort vorwiegend bekanntes in der von ihm gewohnten Manier vorträgt. Das ist schön und unterhaltsam wie immer, teils klassisch, teils mit Anleihen aus dem Fundus der traditionellen bretonischen Musik (Tänze, Melodien und Lieder), teils sehr jazzlastig. Für seine Fans sicher ein weiterer Meilenstein, für das Klassik- und Jazzpublikum (in Deutschland wird Squiban mangels anderer Möglichkeiten zumeist unter Jazz eingeordnet) unterhaltsam und für die einschlägigen Liebhaber und Kenner der bretonischen Musik ergibt sich wahrscheinlich vor allem die Frage, warum schon wieder eine CD, wenn sowie keine neuen Klänge zu hören sind.

Zwar finden sich auf dem Album zwei, drei bislang unveröffentlichte Titel, aber insgesamt (so schön das auch als Hintergrundmusik anzuhören ist) kann man doch bemängeln, dass hier eine Masche geritten wird, solange bis sie eventuell irgendwann nicht mehr greift ?

kein Vergleich jedoch mit dem neuen Album seines ehemaligen Patrners Yann-Fañch Kemener "An Dorn", die das Ringen um Weiterentwicklung musikalischer Dimensionen spiegelt.

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