MUSIK AUS ALLER WELT

CD-Besprechung Steve Skaith Band: Imaginary Friend
Anspieltips: 1, 4, 6, 10

Steve Skaith Band
"Imaginary Friend"



www.mexile.com








Verlag 'pläne', 2007

MUSIKER

Steve Skaith: guitar, vocals - Ricardo Serrano: drums, percussion - Beto Tenorio: bass guitars - Luis Guttierez: violin

TITEL

1. Do without Aladdin 4:05- 2. Hidden Hand 4:06 - 3. Gave Somebody a Night 3:53 - 4. Imaginary Friend 3:29 - 5. Life 4:41 - 6. Whisky - Hatha Yoga 3:59 - 7. How Many New Toys? 2:49 - 8. Stranger at your Door 5:01 - 9. The Emperor 3:57 - 10. Adios for Now 6:56
(total: 43:15)

  

Steve Skaith is back - und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der Mitbegründer der legendären Band Latin Quarter, die in den 80er und 90er Jahren poppige Musik mit Weltmusikeinflüssen mit extrem politischen und sozialkritischen Texten verknüpfte und mit dieser Kombination große Erfolge feierte, hat nun sein drittes Album mit seiner Band veröffentlicht.

Gerade startete Steve Skaith zu seiner Deutschland-Tournee im Februar 2007 und dabei stellt er sein neues Album vor. Mit seiner all-mexican Band, mit der er bereits seit Jahren zusammenarbeitet und schon seine letzten beiden Alben aufgenommen hat, tourt momentan mit Steve durch Europa und kann die eingeschworenen Fangemeinde, die aus ganz Europa zu seinen Konzerten kommt, wie immer begeistern.

Der Mann hat Charisma und Rückgrat. Das ist es auch, was seine Fans an ihm lieben und so wurde im Rahmen der Tournee in Pirna sogar ein "Fan-Konvent" organisiert... aber zurück zur neuen CD.
Der letzte Titel "Adios for Now!" sagt viel über seine Zukunftspläne aus. Steve verläßt (vorläufig) Mexiko, um mit seiner jungen Familie auszuprobieren, wie es sich in England nach der Jahrhundertwende leben läßt. Kurz vor dem Millenium hatte er seiner Heimat den Rücken gekehrt und desillusioniert Europa verlassen, um in Mexiko einen Perspektivenwechsel zu versuchen. Die Auswirkungen zeigten sich schon bei seinen beiden ersten Alben, die in Mexiko mit mexikanischen Musikern eingespielt wurden, sehr deutlich. Während er seine Texte weiterhin aus der Feder von Mike Jones bezog oder eigene Texte verwendete, klang die Musik jetzt richtig nach Latino.

So auch auf dem neuen Album "Imaginary Friend". Die Texte auch hier von Mike Jones oder Steve Skaith selber, die Musik von Steve und seinen Musikern. Etwas glatter und ruhiger ist die Musik geworden, es fehlen mitunter die Ecken, die Kanten, das Rauhe, was seine früheren Aufnahmen ausgezeichnet hat. Aber das ist kein Nachteil. Die Musik ist eingängig und passt sich immer wieder den Texten und Inhalten seiner Songs an.Auch die sind etwas moderater geworden. Weniger Politik und Sozialkritik, dafür mehr persönliches, zwischenmenschliches. Aber eigentlich waren Beziehungen ja schon immer Steve's Thema, wenn auch mehr unter dem gesellschaftlichen Blickwinkel. Hoffnungen, Ängste, Erwartungen und Enttäuschungen und Liebe natürlich. Zum Teil sind es Texte, die Mike Jones bereits vor langer Zeit geschrieben hat, die jetzt ihren Sound erhalten.

Aber dann ist da so ein Titel wie "Imaginary Friend", der dem Album seinen Namen gab. Hier geht es um das Galubenskonstrukt Gott und die Kritik an diesem "eingebildeten Freund", der die Menschen in all ihrem Chaos und Unglück letzten Endes doch allein läßt. Es lohnt sich also wie immer unbedingt, Steves Texte zu lesen, die alle in dem Hochglanz-Booklet abgedruckt sind.

 
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