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Tänzer beim Festival Plinn du Danouët
Christian Duro et Jean-Claude Le Lay: die Sieger beim Wettbewerb Klarinette
die Tänzer beim Festival Plinn du Danouet 2000 während dem Tanzwettbewerb am Nachmittag
Marcel Guillou und Cathy Le Moign, die Gewinner beim Wettbewerb Kan-ha-Diskan
Daniel Philippe und Dédé Thomas: Die Gewinner beim Wettbewerb 'couple bombarde-binioù'




25 Jahre Festival Plinn du Danouët (12.-15.August)
Text und Fotos von Julien Cornic
(in MUSIQUE BRETONNE N 163: 14)
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Es ist 9.30 Uhr morgens. Während sich noch der Nebel auflöst treffen bereits die ersten "sonneurs" (die traditionellen bretonischer Musiker) ein. Einer nach dem anderen, den Dudelsack über der Schulter, unrasiert und voller Gewissensbisse wegen einem Abend, der so nie hätte ablaufen dürfen.

Während die heimischen Musiker aus dem Léon noch in ihren Autos schlafen, kommen die erfahreneren "couples" (wie man die paarweise auftretenden traditionellen bretonischen bombarde-binioù-Musiker nennt) fröhlich, frisch und ausgeruht an - sie haben sich schon früh schlafen gelegt. Auf dem Hof von Michel laufen sie einigen der geschäftigen Helfern über den Weg. Auch die haben nicht gerade viel Schlaf abbekommen. Der Wettbewerb des Vorabends war ein enormer Erfolg, die acht Duos und die fünf Gruppen, die an der Veranstaltung teilgenommen hatten, trafen anschließend noch zu einer großen Session mitten im Saal zusammen.

10 Uhr - Die Jury ist eingetroffen. Die Musiker versammeln sich und beobachten das Auslosen der Startplätze mit Interesse und mit bangen Gefühlen. Als das schließlich erledigt ist, schwärmen die couples wie ein Bienenschwarm aus und verteilen sich über das Gelände und während die ersten Musiker mutig den Wettbewerb beginnen, ertönt von weitem der Lärm der anderen, die ihre Dudelsackpfeifen stimmen und die anches, die Mundstücke ihrer bombardes einspielen.

"Die Jury ist eingetroffen. Die Musiker versammeln sich und beobachten das Auslosen der Startplätze mit Interesse und mit bangen Gefühlen."

Hinter dem Tisch aus rotem Resopal lauscht die Jury geduldig den 28 couples während die Mikrophone golden in der Sonne glänzen und sowohl die falschen wie die richtigen Töne der hochkonzentrierten Musiker aufnehmen.
Im Sanitätszelt versammelt Marcel Guilloux seine Jury und gibt die Teilnehmer für den Melodie-Wettbewerb bekannt, der nach dem Essen stattfinden wird.

Die Glocken der Kapelle unterbrechen den Auftritt des couples Nummer 15 und kündigen das Ende der Messe an, aber auch die Stunde des Muscadet im Festsaal. Es ist Mittag und 13 couples müssen noch vorspielen. Die Jury wird langsam ungeduldig.

14 Uhr - Das Mittagessen ist vorüber und alles begibt sich zur oberen Bühne neben dem Saal hinüber. Unter den bewundernden Blicken der Musiker, die einen Verdauungsspaziergang machen, beginnen die ersten Boulespieler mit ihren Übungswürfen: "Wenn wir dieses Jahr schlecht abschneiden, dann machen wir nächstes Jahr beim Boulewettbewerb mit".

Alain Blanchard hat die Verstärker eingeschaltet. Jef Philippe klettert auf einen Anhänger, der zur Bühne umfunktioniert worden ist. Er ergreift das Mikrophon und erklärt den Tanzwettbewerb für eröffnet.

17 Uhr - Weiter geht's mit dem Wettbewerb der Musiker und Sänger. Wenn ihr Name aufgerufen wird verlassen die Konkurrenten den Schatten des Bierzeltes und kommen zur Bühne. Währenddessen erkundigt sich Jef Philippe nach dem Stand des Tanzwettbewerbes: "Die Männer von 45 bis 55 Jahren sind gerade dran".
Das Publikum hat sich rund um den Platz niedergelassen, beobachtet die Fortschritte der TänzerInnen und gibt seine Prognosen zum besten. Die Sonne knallt auf das Wellblech des Saals von Danouët, in dem ein paar Alte ihre Crêpes in den Kaffee tunken.
"Es gibt jetzt die Eintrittskarten fürs Kalon vras (Abendessen)" kommt die Ansage von Jef. Der Tag neigt sich langsam dem Ende zu. Es ist Zeit, sich ums Abendessen zu kümmern: der Geruch des Hammelragouts liegt schon seit dem Nachmittag in der Luft!

"Einen der Höhepunkte der Nacht bildet die Bekanntgabe die Ergebnisse der Musikwettbewerbe. Wie immer bedeutet das Enttäuschungen, Freude und Streitereien, aber bald darauf geht es dann mit den traditionellen Tänzen weiter."

19 Uhr - Der Tanzwettbewerb ist zu Ende. Alle die Eintrittskarten haben können sich etwas abholen: die Frauen eine Portion Kuchen und die Männer eine Flasche Rotwein. Die Gewinner der Wettbewerbe holen sich ihre Preise ab, die schon den ganzen Tag über vorne auf der Bühne ausgestellt waren.

21.30 Uhr - Beim Essen muß man noch Schlange stehen. Inmitten der Tische spielt das BD Swing Orchestra unter den amüsierten Blicken der Köchinnen. Oben treffen jetzt die Tänzer für das Fest-Noz ein. Die ersten Musiker werden von ihren Tischen weggezerrt, damit der Abend, der noch sehr lange dauern wird, endlich beginnt. Einen der Höhepunkte der Nacht bildet die Bekanntgabe die Ergebnisse der Musikwettbewerbe. Wie immer bedeutet das Enttäuschungen, Freude und Streitereien, aber bald darauf geht es dann mit den traditionellen Tänzen weiter.

Mit seinem 25.Jubiläum belegt das Festival Plinn du Danouët einmal mehr seine Bedeutung als Treffpunkt der Freunde echter und lebendiger Kultur.

(Übersetzung: Willi Rodrian)
Die Ergebnisse der verschiedenen Wettbewerbe "Concours Plinn 2000" finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift MUSIQUE BRETONNE von Dastum.


Infos Festival Plinn du Danouët:
Dastum Bro-Dreger
9, rue des Haras
F-22300 LANNION
Tel./Fax: 0033-2-96 46 59 11
e-mail: bro-dreger@wanadoo.fr
Internet: www.danouet.free.fr

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