XAVIER GRALL
"Das Fest der Nacht"

Buch-Besprechung Xavier Grall: Das Fest der Nacht

160 Seiten, deutsch in der Übersetzung von Holger Naujokat, Format 13,5 x 20,5 cm,
Preis 14,90 €
CONTE Verlag

Preis: 14,90 €

Erhältlich im Buchhandel und bei www.amazon.de

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BESPRECHUNG

Xavier Grall

Xavier GRALL: Das Fest der Nacht
Agonie und Revolte in der Bretagne

Xavier Grall (1930-1981) gehört zu den großen Persönlichkeiten der bretonischen Literatur der Neuzeit. Mit seinen Veröffentlichungen provoziert er sowohl seine bretonischen als auch seine französischen Landsleute. Dem kulturellen und wirtschaftlichen Abstieg, dem Verschwinden regionaler Identität setzt er in seinen Texten und Büchern den Aufstand gegen die französische Zentralmacht entgegen. Grall verschrieb sich dem Wiederaufleben des Regionalismus an dem historischen Scheitelpunkt der späten Sechzigerjahre. Bis heute resultiert daraus sein Ruhm als Nationaldichter der Bretagne.

Das Buch enthält zwei zentrale Texte aus dem Werk von Xavier Grall:

Der Roman „Das Fest der Nacht“ folgt Arzhel, dem Sänger der bretonischen Unabhängigkeit, in sieben Bildern. Der Regionalismus erlebt in der Folge des Pariser Mai 1968 einen Aufschwung. Doch es ist ein letztes Aufflackern. Durch ein Fanal der politischen Gewalt will Arzhel die herrschende Ordnung mit sich untergehen lassen.

Der literarische Essay „Der eingebildete Barde“, der die Sehnsucht nach der bretonischen Kultur und den Verrat an Frankreich wieder aufgreift, ergänzt diese Ausgabe, wie schon die französische Ausgabe von 1979 im Verlag Mazarine.
Besonderes Augenmerk möchte ich bei meiner Besprechung dem Wirken des deutschen Grall-Spezialisten und Übersetzers Holger Naujokat widmen. Die beiden lesenswerten deutschen Fassungen der Werke von Xavier Grall sind das Ergebnis der jahrelangen, intensiven Beschäftigung des Übersetzers mit dem Leben und dem Werk des bretonischen Schriftstellers. Holger Naujokat hat seine Übersetzungen im engen Kontakt mit der Witwe von Xavier Grall und der ausgewiesenen Grall-Biografin Mikaela Kerdraon (s. die Literaturangabe am Ende der Seite) erarbeitet.
Wer mit dem Lesen der doch nicht so einfachen literarischen Texte von Xavier Grall Probleme hat, sich dennoch für dessen Romane und Essays als Dokumente einer der wichtigsten, gesellschaftspolitischen Epochen der Bretagne in ihrem Kampf um kulturelle, politische und wirtschaftliche Eigenständigkeit interessiert, der ist mit diesen deutschen Übersetzungen sehr gut beraten.

Von demselben Übersetzer, Holger Naujokat, stammt auch die hervorragende deutsche Fassung des Romans „Cantique à Melilla“ von Xavier Grall, auf deutsch „Angst und Zauber“ (ebenfalls CONTE Verlag, 2005, Preis: 14,90 €).

Weiterführende Literatur zu Xavier Grall und zur bretonischen Autonomiebewegung:
Annie Kerhervé: Xavier Grall 1 & 2 (skol vreizh, N° 38-40, 1998)
Mikaela Kerdraon: Xavier Grall. Une sacrée geule de Breton
(An Here, 2001)
Toute Histoire de Bretagne (skol vreizh, 1997)
Lionel Henry/Annick Lagadec: FLB-ARB. L‘histoire 1966-2005 (Yoran embanner, 2006)

 
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