Denise Delouche,Anne de Stoop,Patrick Le Tiec: Mathurin Méheut
MATHURIN MÉHEUT


von Denise Delouche, Anne de Stoop, Patrick Le Tiec

Le Chasse-Marée/ArMen, 2001


376 Seiten, 540 Abbildungen, Format: 233 x 305 cm

Preis: FF 79,50 €


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Buchbesprechung - Bildbeispiele - Inhaltsangabe



Mathurin Méheut Mit dieser umfangreichen und liebevoll editierten Publikation über den, wenn nicht gar DEN bretonischen Künstler des 20.Jahrhunderts präsentieren die AutorInnen Denise DELOUCHE, Anne DE STOOP und Patrick LE TIEC gemeinsam mit dem Verlagshaus ArMen/Le Chasse-Marée einen Kunstband, der bei jedem kunstinteressierten Freund der Bretagne sicherlich das Herz höher schlagen läßt.

Denise Delouche ist Kunstproffessorin an der Universität Rennes und hat bereits mehrere Publikationen über die Kunst in der Bretagne veröffentlicht. Anne de Stoop, weitgereiste Kunsthistorikerin, leitet seit 1993 das musée Mathurin Méheut in Lamballe. Patrick Le Tiec hat 1991 seine Dissertation über Mathurin Méheut veröffentlicht und war längere Zeit am musée Mathurin Méheut tätig.

Das vorliegende Buch bietet ein umfassendes Portrait des Künstlers und leuchtet all seine Schaffensperioden und Schaffensbereiche hervorragend aus und präsentiert gleichzeitig einen exzellenten Überblick seines Gesamtwerkes in ausgezeichneter Qualität.

Wie alle Veröffentlichungen von ArMen/Le Chasse-Marée ist auch diese Publikation wieder ein Musterbeispiel an Recherche und Edition. Hochwertige Abbildungen auf ausgewähltem Papier sowie ambitionierte, lesenswerte Textbeiträge lassen das aufregende und erfolgreiche Leben von Mathurin Méheut vor den Augen des Lesers/der Leserin wieder lebendig werden.

Douarnenez: le port des pauvres (Gouache auf Karton), um 1946 MATHURIN MÉHEUT (1882 - 1958)

Mathurin Méheut wurde 1882 in Lamballe geboren und ging mit 14 Jahren bei dem Malermeister und Künstler Mathurin Guernion in die Lehre. Aus dieser Zeit datieren auch die ersten Zeichnungen. 1898 schrieb sich Méheut an der Kunsthochschule in Rennes ein, 1902 setzte er seine Studien in Paris fort und wird dort für die Zeitschrift "Art et Décoration" tätig.

In den Jahren danach folgen die ersten Aufträge und Ausstellungen, Heirat und die Geburt seiner Tochter Maryvonne und gegen 1910 schließlich die "Wiederentdeckung" seiner Heimat, der Bretagne.

Im Jahr 1914 begibt sich M.Méheut gemeinsam mit seiner Frau Marguerite auf eine Weltreise, die ihn in 9 Monaten bis nach Hawaii und Japan bringt. Die intensiven Eindrücke dieser Reise finden in vielen seiner Zeichnungen und Bilder ihren Niederschlag. Nach seiner Rückkehr wird er zum Militär eingezogen und dort dem topographischen Dienst zugeteilt. Auch diese Kriegserlebnisse finden sich in seinem Werk wieder.

'Japonaise portant son bébé', Blei und Gouache auf Papier - Eindrücke der Weltreise von 1914
Nach dem Krieg macht Méheut Karriere. Er unterrichtet als Kunstprofessor, wird zum offiziellen Maler der Marine berufen, es folgen internationale Ausstellungen und er beginnt mit Entwürfen für die bretonische Porzellanmanufaktur Henriot in Quimper.

Die dekorativen Künste nehmen immer mehr Platz in seinem Schaffenswerk ain: Aufträge für die Porzellanmanufaktur von Sèvres, der innenarchitektonische Entwurf der "Halle der Nationen" für H.J.Heinz in Pittsburgh (1930), Illustrationen und immer wieder Porzellan-Design. Es finden nun auch immer öfter Ausstellungen über M.Méheut statt und es erscheinen erste Artikel und Bücher über den Künstler.

1933 schließlich entwirft er die Decors für die "Compagnie générale transatlantique" und stattet bei der "Exposition internationale des arts et techniques" in Paris die Pavillons der Bretagne und der Handelsmarine aus.

Immer wieder erhält Méheut Aufträge zur Ausstattung repräsentativer Projekte (1942: "Institut de géologie" in Rennes) und 1941 schließlich erhält er seine Berufung an die "école des beaux-arts" in Rennes.

M.Méheut als Illustrateur: Umschlag von 'Vieux Métiers bretons', 1944
Bis zu seinem Tod im Jahr 1958 erlebt der Künstler noch etliche Ausstellungen seiner Werke und mit seinen Dekors und Ausstattungen überall in der Bretagne prägt er das architektonische Erscheinungsbild seiner Heimat ebenso, wie er die nachfolgenden Künstlergenerationen bis in die Gegenwart mit seinen dekorativen Stile beeinflußt.

Am beeindruckendsten beim Lesen dieses Buches war für mich vor allem die ungeheure künstlerische Vielfalt, mit der Mathurin Méheut seine Bildwelten in allen nur erdenklichen Materialien und Techniken schuf. Keramik, Drucktechniken, Malerei, Grafik, Skulpturen... jede kreative Technik hat er sich mit erstaunlicher Gewandheit und Originalität erschlossen und so seine "Bilder" für die Nachwelt hinterlassen Ploumanac'h, les goémoniers (Kasein auf Leinwand), Rennes: Institut der Geologie
Besonders faszinierend finde ich immer wieder seine Studien von Menschen in ihrem Alltag. Mit großer Vorliebe hat er die einfachen Leute in der Bretagne und anderswo bei der Arbeit skizziert und nicht selten später in herrlichen Gemälden verewigt. So ist es auch nicht erstaunlich, daß er damit beauftragt wurde, Publikationen wie "Vieux Métiers Bretons" und "Pays De Bretagne" von F. Le Roy, "Les Iles De L'Armor" oder auch "L'Art Breton" zu illustrieren.





Inhalt:

ASPECTS D'UNE CARRIÈRE

Lamballe. les premiers regards
De Paris à Roscoff
L'émergence de le célébrité
La reconnaissance d'un jeune savant par un grand mécène
Artiste et combattant
La notoriété dans les années vingt
Une activité intéressante
"Images de mon pays et d'ailleurs", bilan d'une œuvre à la galerie Bernheim Jeune 1955

L'ILLUSTRATEUR

La commande: cinquante années de labeur
Les techniques: fidélité ou trahison ?
Les thèmes

LE DÉCORATEUR

Le céramiste
Une commande américaine: l'immeuble Heinz à Pittsburgh
Un peintre élu par les compagnies maritimes
Une rélisation ambitieuse: l'institut de géologie de Rennes
L'intérêt pour les arts du textile
Le bilan d'un peintre décorateur

L'ARTISTE

Ses Thèmes

La nature et les hommes
L'homme, un et multiple
Le groupe
L'artiste au cœur des foules
La foi, la mort, l'imaginaire

Ses Moyens d'Expression

Le dessinateur
Le graveur
Le peintre
Le sculpteur

MÉHEUT ET LES AUTRES

L'artiste et son temps
Le maître et ses élèves, le partage d'une passion
La pérennité
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