LA QUESTION BRETONNE. ENQUÊTE SUR LES MOUVEMENTS POLITIQUES BRETONS
Erwan Chartier & Ronan Larvor, 2002

Buch-Besprechung: Erwan Chartier & Larvor, Ronan: La Question Bretonne (Éditions An Here


Éditions An Here
(176 Seiten, etliche schwarz-weiß-Aufnahmen und Zeichnungen, französisch, 2002)
Preis: 20,00 €



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Die politische Landschaft der Bretagne ist mindestens ebenso vielfältig und zerklüftet wie die geographische Landschaft und ein bretonisches Sprichwort behauptet: "Zwei Bretonen gründen eine Partei. Wenn ein dritter dazu kommt, gibt es Probleme und zur Gründung einer weiteren Partei."

Das mag eine zynische Übertreibung sein, aber in der Tat ist es doch so, dass die bretonische Parteienlandschaft und die Vielfalt der politisch orientierten Organisationen für Aussenstehende mehr als undurchschaubar erscheinen.

Dazu kommt eine Vielfalt an soziopolitischen Begriffen, die in der Bretagne oft eine sehr spezifische Verwendung erfahren oder mitunter auch nur dort verwendet werden: "autonomisme, indépendantisme, régionalisme, bretonnant, décentralisation, régiolaisation,...

Zwei bretonische Journalisten, zu deren alltäglichem Geschäft es gehört, sich mit diesen Strukturen und Begrifflichkeiten zu arbeiten, haben sich vorgenommen, diesen Dschungel auch für nicht eingeweihte durchschaubarer aufzubereiten.
Mit der vorliegenden Veröffentlichung, die den Untertitel "Eine Untersuchung der politischen Bewegung in der Bretagne" trägt, ist ihnen das ziemlich gut gelungen.
Erwan Chartier und Ronan Larvor haben im Lauf von über einem Jahr etwa 100 politische Akteure und Aktivisten der unterschiedlichsten Gruppierungen, die mehr oder weniger als offizielle Parteien bezeichnet werden können, interviewt.
Das Spektrum reicht von der extremen Linken bis zur extremen Rechten. Wertungen werden nicht vorgenommen.

Die Darstellung der unterschiedlichen Interessen und Gruppierungen erfolgt zumeist in Form biographischer Portraits und Interviews und ermöglicht auf diese Weise sehr persönliche Einblicke in eine Thematik, die bisher vorwiegend auf theoretischer Ebene behandelt wurde (abgesehen vielleicht von den ebenfalls auf Interviews beruhenden Publikation "L'Identité Bretonne" von Ronan Le Coadic)

Übersichtlich und gut lesbar strukturiert wechseln historische Kurzportraits der verschiedenen Parteien und Zusammenschlüsse mit biographischen Darstellungen und eher dokumentarischem Material. Kurzeilig zu lesen und für diejenigen, die die politische oder historische Entwicklung der jüngeren bretonischen Vergangenheit interessiert gleichermaßen unterhaltsam und aufschlussreich.
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