UR WECH E OA, UR WECH E VO...
Gilbert Le Gall, Dastum Bro-Dreger, 2003

Buch-Besprechung: Ur wech e oa, ur wech evo... (Dastum Bro-Dreger, 2003)

éditions Dastum
(144 Seiten, viele schwarz-weiß Photos, Texte vorwiegend bretonisch, Zusammenfassungen auf Französisch, 2003, inkl. CD)

Preis: 28,00 €

zu bestellen u.a. bei:

Dastum Bro-Dreger
9, rue des Harras
F-22300 Lannion
Tel/Fax: 0033-2-96 46 59 11
e-mail: bro-dreger@wanadoo.fr
Internet: www.dastum.com

Die CD zum Buch


Ur wech e oa, ur wech e vo... - die CD mit einer Auswahl von Live-Aufnahmen

"Es war einmal, es wird einmal sein...." ("ur wech e oa, ur wech e vo...") - viele bretonische Erzähler beginnen so ihre Geschichten. Diesen Worten sind Ausdruck der Hoffnung und stehen zugleich für die Zukunft der (angewandten) bretonischen Sprache.

Francois Maho bei einer Veillé in Tonkedeg Abgesehen davon, dass dieses hervorragend editierte Buch inhaltlich vorwiegend bei einem bretonisch sprechenden Publikum auf Interesse stoße wird, eröffnet diese Publikation meines Erachtens durch seine Illustrationen jedoch auch Blicke und Perspektiven, die auch für eine Leserschaft interessant sind, die sich mehr mit den allgemeinen Aspekten der bretonischen Kultur befasst.

Das ist vor allem der Verdienst von Gilbert Le Gall, der bereits seit Jahrzehnten einer der engagiertesten bretonischen Photographen ist und das traditionelle und musikalische Geschehen vor allem im Trégor nahezu lückenlos dokumentiert.

Das er dies vorwiegend mit dem Mittel der schwarz-weiß Photographie macht, verleiht seinen Aufnahmen eine ganz besondere Atmosphäre. Und da er es im Rahmen der schwarz-weiß-Photographie zu unbestreitbarer Meisterschaft gebracht hat, ist das reich mit seinen Aufnahmen bebilderte Buch auch für nicht bretonisch sprechende Leser ein wahrer Genuß und Augenschmaus.
Julien Cornic mit seinem compère Mathieu Messager

Gilbert Le Gall ist ein Meister der Situation, der Momentaufnahme. Er weiß, wann der Moment gekommen ist, um den Auslöser so zu betätigen, dass seine Photos letztendlich mehr sind als nur Photographien. Seine Aufnahmen erzählen Geschichten und immer wieder gelingt es ihm meisterlich, die Gefühle der Menschen, die er photigraphiert, in all ihrer Menschlichkeit festzuhalten.
Gilbert Le Gall ist ein Photograph, dessen Hauptmotiv Menschen und ihre Emotionen sind. Und er kennt sie alle sehr gut, er ist einer von ihnen. Es sind seine eigenen Gefühle, es ist seine eigene tiefe Beziehung zur bretonischen Kultur, die sich in diesen Aufnahmen wiederspiegelt.
Jean Gouronnec erzählt eine Geschichte
So auch bei diesen gut 140 Photographien, die in der vorliegenden Publikation die Kultur der sogenannten "veillées" im Norden der Bretagne beschreibt.

"Veillées" sind Abendveranstaltungen mit bislang sehr intimem Charakter, was nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass sie außerhalb der Saison, im Herbst und im Winter, stattfinden - dann, wenn kaum mehr festoù-noz oder festoù-deiz veranstaltet werden und die Touristen (auch die französischen) die Bretagne verlassen haben. Hier trifft man an den kalten Winterabenden zusammen, um das soziale Miteinander zu pflegen.

Außerdem bleibt man zwangsläufig eher unter sich, weil die Sprache bei dieser Art Veranstaltungen im Mittelpunkt steht. Kinder und Erwachsene, die die Sprache lernen (wollen) treffen sich hier. Sänger, Geschichtenerzähler, Musiker und andere, gleichgültig ob Laien oder Profis, können an diesen Abenden sich und ihr (eventuell neuestes) Programm vorstellen und testen, wie es beim Publikum ankommt.
Marthe Vassallo im Zwiegespräch mit dem Publikum...

Hier ist der Kontakt, anders als bei gewöhnlichen Veranstaltungen oder Konzerten, sehr viel direkter und familiärer. Auf einigen der Bilder kann man dies sehr gut beobachten.
Beispielsweise auf dem, wo die Sängerin Marthe Vassallo mitten im Publikum sitzt (Seite 134) und sich angeregt mit den Zuschauern unterhält. Das Publikum steht ebenso im Zentrum der ausdruckstarken Aufnahmen von Gilbert Le Gall wie die mehr oder weniger bekanntenAkteure (Yvon Riou, Marthe Vassallo, Julien Cornic, Gildas Moal und René Chaplain, Nanda und Ifig Troadeg,...)

...das Publikum steht oft im Mittelpunkt der sensiblen Beaobachtung des Meisterphotographen Gilbert Le Grall
Ein Buch, das dank der lebendigen Photographien eindrucksvolle Geschichte aus der Bretagne erzählt, abseits der folkloristischen Saisonkultur. Geschichten, die man sofort versteht, auch wenn man kein Wort bretonisch spricht oder versteht.

Zum Buch gehört auch eine CD mit ausgewählten Aufnahmen (Legenden, Geschichten und Sketche).

die CD zum Buch mit Originalaufnahmen...














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